Exxon stoppt Käufe von Mars-Rohöl
Zinkverunreinigung senkt Nachfrage und Preise – Ursache weiter unklar

Exxon Mobil hat seine Handelspartner darüber informiert, dass das Unternehmen vorerst keine Mars-Rohölsorte mehr kaufen wird. Grund dafür ist eine Verunreinigung mit Zink, die zunächst behoben werden soll. Das bestätigten zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Die Belastung durch Zink hat laut Branchenkreisen bereits dazu geführt, dass die Nachfrage nach dem Mars-Rohöl spürbar zurückgegangen ist und die Preise erheblich gefallen sind.
Noch Ende Juni wurde Mars-Rohöl mit einem Aufschlag von einem US-Dollar gegenüber Rohöl am Cushing-Hub in Oklahoma gehandelt. Anfang dieser Woche sank der Preis jedoch auf einen Abschlag von zehn Cent, bevor er sich am Donnerstag wieder leicht auf ein Plus von zehn Cent erholte. Exxon selbst äußerte sich auf Nachfrage nicht zu den Vorgängen.
Bei der Mars-Rohölsorte handelt es sich um ein Gemisch aus Förderungen mehrerer Offshore-Plattformen vor der Küste Louisianas. Auch Chevron ist in die Produktion eingebunden und betreibt einige der Plattformen, deren Öl in den Mars-Strom eingespeist wird. Das Unternehmen teilte mit, über die zinkbedingten Qualitätsprobleme informiert zu sein und derzeit gemeinsam mit dem Pipeline-Betreiber an der Ursachenforschung zu arbeiten.
Shell wiederum, das die zentrale Mars-Plattform sowie das zugehörige Pipelinesystem betreibt, erklärte, eigene Tests hätten keine Qualitätsprobleme bei dem von Shell gelieferten Öl ergeben. Nach Angaben des Forschungsunternehmens Energy Aspects liegt die Fördermenge der Shell-Plattform Mars seit einem Jahr stabil bei etwa 160.000 Barrel pro Tag.
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseZink kommt in Rohöl normalerweise nicht natürlich vor. Wird kontaminiertes Öl jedoch in Raffinerien weiterverarbeitet, kann dies erhebliche technische Probleme verursachen. Besonders gefährdet sind dabei die Katalysatoren, die für die Verarbeitung des Öls notwendig sind, sowie empfindliche Anlagenteile in den Raffinerieeinheiten. Deshalb reagieren Käufer wie Exxon empfindlich auf solche Verunreinigungen und stoppen betroffene Lieferungen, bis Klarheit über Ursache und Behebung besteht.


