Exxon profitiert von steigenden Ölpreisen
Höhere Raffineriemargen und Sparpläne wirken trotz Stellenabbau gewinnsteigernd

Ein deutlicher Anstieg der Ölpreise könnte Exxons Geschäft im dritten Quartal spürbar beeinflussen. Der US-Konzern rechnet nach eigenen Angaben mit einem möglichen positiven Effekt von bis zu 300 Millionen Dollar auf das Ergebnis im Upstream-Bereich. Gleichzeitig zeigt eine aktuelle Pflichtmitteilung, dass sich auch das Raffineriegeschäft besser entwickelt hat und zusätzliche Gewinne von 300 bis 700 Millionen Dollar im Vergleich zum zweiten Quartal möglich sind.
Im Zeitraum von Juli bis September lag der Durchschnittspreis für die wichtige Nordseesorte Brent bei 68,17 Dollar pro Barrel und damit zwei Prozent höher als im vorherigen Quartal. Der Preis für US-Erdgas fiel hingegen um 12,5 Prozent und lag bei durchschnittlich 3,07 Dollar je Million British thermal units. Exxon zufolge könnten Veränderungen bei den Gaspreisen das Quartalsergebnis im Upstream-Segment um bis zu 200 Millionen Dollar nach oben oder unten beeinflussen.
Belastend wirken dagegen Umstrukturierungen, die den Gesamtertrag nach Unternehmensangaben um 400 bis 600 Millionen Dollar schmälern dürften. Das Unternehmen plant, weltweit rund 2.000 Stellen zu streichen, vor allem in Kanada und in Mitgliedstaaten der Europäischen Union. Diese Maßnahmen sind Teil einer langfristigen Restrukturierung. Analyst Phillip Jungwirth von BMO Capital Markets geht davon aus, dass die geplanten Kosteneinsparungen zwar positiv wirken könnten, gleichzeitig jedoch höhere Ausgaben diese Effekte teilweise ausgleichen dürften.
Der Bericht liefert einen Überblick über die wichtigsten Marktkräfte, die das Geschäft des größten US-Ölkonzerns im vergangenen Quartal beeinflusst haben. Investoren nutzen diese Angaben häufig als Indikator für die Entwicklung der gesamten Branche und für die Geschäftslage anderer großer Produzenten. Im zweiten Quartal hatte Exxon 5,4 Milliarden Dollar Gewinn im Upstream-Bereich erzielt.
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseDas Unternehmen will seine endgültigen Quartalsergebnisse am 31. Oktober vorlegen. Analysten erwarten laut Konsensschätzungen von LSEG für das dritte Quartal ein bereinigtes Ergebnis von 1,79 Dollar je Aktie. Damit richtet sich der Blick der Branche nicht nur auf Exxon, sondern auch auf die europäischen Wettbewerber. TotalEnergies wird seine Zahlen am 30. Oktober veröffentlichen, BP folgt am 4. November. Die Ergebnisse dieser Konzerne geben ebenfalls Hinweise auf die Entwicklung der weltweiten Öl- und Gasmärkte in einem Umfeld, das von schwankenden Preisen und strukturellen Anpassungen geprägt ist.


