Exxon Mobil erweitert Raffineriekapazität in Singapur
Rekordimporte von Rohöl mit hohem Schwefelgehalt verändern Liefermuster in Asien

Exxon Mobil hat am Raffineriekomplex in Singapur neue Anlagen in Betrieb genommen, die Rückstände aus Schweröl zu hochwertigeren Produkten verarbeiten. Das Unternehmen teilte mit, dass durch den Einsatz neuer Verfahren Rückstandstreibstoffe und andere schwer zu verarbeitende Rohölprodukte in Schmiergrundstoffe und Destillate umgewandelt werden können. Damit reagiert Exxon auf die steigende Nachfrage nach Produkten, die in industriellen Anwendungen sowie im Transportsektor benötigt werden.
Die neuen Anlagen erweitern die Produktionskapazität für sogenannte Group-II-Basestocks um 20.000 Barrel pro Tag. Diese Schmiergrundstoffe finden Einsatz in Motorölen, Getriebeölen, Schiffsölen und Fetten. Sie sind vor allem für den Betrieb von Nutzfahrzeugen und in industriellen Anwendungen vorgesehen, wo langlebige und belastbare Schmierstoffe benötigt werden.
Parallel zu dieser technischen Erweiterung stieg der Rohölimport der Singapurer Raffinerie im August auf ein Rekordniveau. Nach Angaben der Analysefirma Kpler wurden 541.000 Barrel pro Tag eingeführt, der höchste Wert seit Beginn der Erfassung im Jahr 2016. Auffällig ist, dass seit April keine schwefelarmen US-Rohöle mehr importiert wurden. Stattdessen konzentriert sich die Anlage ausschließlich auf den Bezug von Rohölen mit hohem Schwefelgehalt.
Unter den Lieferanten im August führten die Vereinigten Arabischen Emirate mit Murban- und Upper-Zakum-Rohöl, gefolgt von Katar mit al-Shaheen-Öl. Zudem bezog die Raffinerie erstmals seit November 2023 wieder Arab Light aus Saudi-Arabien. Ergänzt wurde das Angebot durch Lieferungen aus Oman und Irak. Diese Verschiebung im Importmuster unterstreicht die Rolle Singapurs als Knotenpunkt für den Handel mit schwefelhaltigen Rohölen in der Region.
Die Raffinerie auf Jurong Island verfügt über eine tägliche Verarbeitungskapazität von 592.000 Barrel Rohöl. Mit der Inbetriebnahme der neuen Anlagen steigert Exxon nicht nur die Flexibilität bei der Verarbeitung unterschiedlicher Rohölsorten, sondern auch die Wertschöpfung aus schwer zu verarbeitenden Rückstandsprodukten. Damit wird die Position des Standorts im globalen Energiemarkt weiter gestärkt.
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Zur AktienanalyseDie technischen Fortschritte am Standort Singapur zeigen, wie Unternehmen in der Mineralölbranche auf veränderte Marktbedingungen reagieren. Während die Nachfrage nach hochwertigeren Schmiergrundstoffen wächst, hat Exxon den strategischen Schritt unternommen, die eigene Raffineriekapazität für schwefelhaltige Rohöle zu erhöhen und gleichzeitig die Produktion von Basestocks auszuweiten.


