Exxon Mobil erwartet Gewinnsprung von fünf Milliarden Dollar
Höhere Ölpreise und verbesserte Raffineriemargen treiben das Ergebnis des US-Energieriesen im zweiten Quartal deutlich nach oben.

Der US-Öl- und Gaskonzern Exxon Mobil hat am Dienstag signalisiert, dass sein Gewinn im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorquartal um rund 5 Milliarden US-Dollar steigen könnte. Als Haupttreiber nennt das Unternehmen die stark gestiegenen Ölpreise infolge des US-israelischen Krieges mit dem Iran sowie verbesserte Raffineriemargen. Die Ergebnisse für das zweite Quartal will Exxon am 31. Juli vorlegen.
Der Nahostkonflikt, der im Februar begann, sorgte für einen erheblichen geopolitischen Risikoaufschlag an den Ölmärkten. Besonders gravierend war die praktisch monatelange Blockade der Straße von Hormus – einer der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt, durch die etwa ein Fünftel der weltweiten Ölströme fließt. Die Referenzsorte Brent-Rohöl verzeichnete im zweiten Quartal (April bis Juni) einen durchschnittlichen Schlusskurs von 96,68 US-Dollar pro Barrel – ein Anstieg von 23 Prozent gegenüber dem ersten Quartal. Im April kletterten die Preise erstmals seit 2022 auf 109,27 US-Dollar pro Barrel.
Upstream und Raffinerie als Gewinnmotoren
Das Upstream-Segment von Exxon – also die Förderung von Öl und Gas – könnte laut dem Mittelwert der unternehmenseigenen Schätzungen einen Gewinnanstieg von rund 1,6 Milliarden US-Dollar verbuchen. Noch deutlicher fällt der erwartete Zuwachs im Raffineriegeschäft aus: Hier könnten die Gewinne aufgrund sogenannter Timing-Effekte um etwa 2,6 Milliarden US-Dollar steigen, wie aus einer am Dienstag eingereichten Börsenmitteilung hervorgeht.
Hintergrund dieser Timing-Effekte ist eine Belastung aus dem ersten Quartal: Exxon hatte damals aufgrund von Finanzabsicherungen im Zusammenhang mit physischen Frachtlieferungen einen Milliardenverlust hinnehmen müssen. Das Unternehmen hatte seinerzeit erklärt, dass sich diese Positionen in den Folgequartalen auflösen und zur Profitabilität beitragen würden – genau das scheint nun einzutreten.
Allerdings gibt es auch eine Gegenseite: Kriegsbedingte Störungen könnten den Gewinn im zweiten Quartal sowohl im Upstream- als auch im Downstream-Bereich um insgesamt rund 1 Milliarde US-Dollar belasten, wie aus der Börsenmitteilung weiter hervorgeht.
Analysten erwarten Rekordergebnis – politischer Druck wächst
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Zur AktienanalyseInvestoren beobachten den Ergebnisausblick von Exxon genau, da er als Indikator dafür gilt, wie die gesamte Ölbranche im zweiten Quartal abgeschnitten hat. Analysten erwarten laut den von LSEG zusammengestellten Konsensschätzungen für das Quartal einen bereinigten Gewinn von 15,7 Milliarden US-Dollar – das wäre etwa das Dreifache des Gewinns aus dem ersten Quartal.
Diese Zahlen dürften politisch brisant sein. Viele Amerikaner leiden unter hohen Preisen an den Tankstellen, und US-Präsident Donald Trump hat die Ölkonzerne öffentlich gedrängt, mehr zur Senkung der Benzinpreise beizutragen. Milliardenschwere Quartalsgewinne der großen Energiekonzerne stehen in einem deutlichen Spannungsverhältnis zu dieser Forderung und könnten die politische Debatte über die Preisgestaltung im Energiesektor neu entfachen.


