Ex-SEC-Chef Clayton: Behörden prüfen Handel vor Trump-Post
Jay Clayton erwartet regulatorische Untersuchungen zu ungewöhnlichen Handelsaktivitäten, die einem marktbewegenden Trump-Tweet vorausgingen.

Jay Clayton, ehemaliger Vorsitzender der US-Börsenaufsicht SEC und heutiger Bundesstaatsanwalt für den südlichen Distrikt von New York, hat sich klar positioniert: Die Aufsichtsbehörden werden den auffälligen Handelsanstieg vom frühen Montagmorgen genau unter die Lupe nehmen. Dieser Anstieg ereignete sich rund 15 Minuten, bevor ein Social-Media-Post von Präsident Donald Trump die Märkte erheblich bewegte.
Die Daten zeigen ein deutliches Muster: Gegen 6:50 Uhr New Yorker Zeit schnellten die Handelsvolumina bei S&P 500-Futures und Öl-Futures sprunghaft in die Höhe. Erst danach veröffentlichte Trump seinen Post, der die Aktienmärkte nach oben trieb und gleichzeitig die Ölpreise unter Druck setzte. Für Marktbeobachter und Regulatoren ist dieses zeitliche Zusammentreffen hochgradig verdächtig.
Clayton erklärte, die Behörden würden die Handelsaktivitäten marktübergreifend rekonstruieren und die beteiligten Teilnehmer identifizieren. Dabei betonte er, dass die größte Transparenz im Bereich der Kassamärkte für Aktien bestehe, wo detaillierte Handelsdaten eine genaue Analyse ermöglichten – also wer wann welche Wertpapiere gekauft oder verkauft hat.
Überwachungslücken bei Futures und Rohstoffen
Problematischer gestaltet sich die Situation laut Clayton bei Terminmärkten und Rohstoff-Futures. Die Überwachung sei dort komplexer und weniger umfassend als im Aktienhandel. Genau diese Märkte standen im Zentrum der auffälligen Handelsaktivität am Montagmorgen, was eine vollständige Aufklärung erschweren könnte.
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Zur AktienanalyseFür deutsche Anleger ist dieser Fall aus mehreren Gründen relevant: Er verdeutlicht das Risiko, das von politischen Social-Media-Posts auf globale Märkte ausgeht. Zudem zeigt er, wie eng internationale Märkte miteinander verknüpft sind – Bewegungen bei US-Futures wirken sich direkt auf europäische Börsen und den DAX aus.
Der Fall erinnert an frühere Debatten über Marktmanipulation und den Umgang mit kursrelevanten Informationen. In der EU würde ein vergleichbarer Vorgang unter die Marktmissbrauchsverordnung (MAR) fallen. In den USA sind nun die SEC sowie die Commodity Futures Trading Commission (CFTC) gefragt, Licht ins Dunkel zu bringen.


