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Ex-Andreessen-Horowitz-Partner kritisiert KI-Regulierungsgegner scharf

John O'Farrell nennt die Bemühungen seiner früheren Firma, KI-Regulierung zu verhindern, einen „riesigen Fehler".

Ex-Andreessen-Horowitz-Partner kritisiert KI-Regulierungsgegner scharf

John O'Farrell, der nach fast 15 Jahren bei Andreessen Horowitz im Jahr 2025 aus dem Unternehmen ausschied, hat seinen ehemaligen Arbeitgeber und andere Risikokapitalgeber öffentlich angegriffen. In einem Gastbeitrag in der „Times" bezeichnete er die Bemühungen der Technologiebranche, die Regulierung künstlicher Intelligenz zu verhindern, als „riesigen Fehler". Der erfahrene Venture-Capital-Investor richtet damit eine ungewöhnlich deutliche Botschaft an seine früheren Kollegen.

Im Zentrum seiner Kritik steht das Political Action Committee (PAC) „Leading the Future", das im August mit dem erklärten Ziel gegründet wurde, „Kandidaten zu fördern, die einen mutigen, zukunftsorientierten Ansatz für KI unterstützen". Zu den Unterstützern des PAC zählen namhafte Akteure der Tech-Branche: Andreessen Horowitz, OpenAI-Mitbegründer Greg Brockman, Palantir-Mitbegründer Joe Lonsdale, SV-Angel-Gründer Ron Conway sowie das KI-Softwareunternehmen Perplexity. Andreessen Horowitz und Leading the Future reagierten auf eine Anfrage von CNBC zunächst nicht.

Das Krypto-Playbook als Vorbild

O'Farrell sieht in der Strategie von Leading the Future und ähnlichen PACs ein bekanntes Muster: das sogenannte Krypto-Playbook. Die Krypto-Industrie habe es erfolgreich geschafft, Regulierungen durch die Wahl „branchenfreundlicher Politiker" zu unterdrücken. Andreessen Horowitz selbst steuerte Millionen US-Dollar zu einem Pro-Krypto-PAC namens Fairshake bei – noch während O'Farrell im Unternehmen tätig war. Die Firmengründer Marc Andreessen und Ben Horowitz hatten im Vorfeld der US-Wahl 2024 erklärt, PACs zu unterstützen, die Trumps Wahlkampf fördern, und begründeten dies mit einer ihrer Ansicht nach besseren „Little Tech Agenda".

Der politische Kontext ist dabei bedeutsam: US-Präsident Donald Trump unterzeichnete in der vergangenen Woche eine Durchführungsverordnung zur KI, die von der Technologiebranche gelobt wurde, jedoch wenig konkrete Details enthielt. Die Verordnung fordert Unternehmen auf freiwilliger Basis dazu auf, ihre KI-Modelle der Bundesregierung zur Verfügung zu stellen, um deren Fähigkeiten vor einer vollständigen Veröffentlichung zu bewerten.

Leading the Future unter Druck

Das PAC sieht sich seit seiner Gründung erheblicher Kritik ausgesetzt – auch aus dem Weißen Haus. OpenAI versuchte Anfang des Monats, sich von dem Komitee zu distanzieren, und erklärte, das Unternehmen „steuere die Aktivitäten von LTF nicht und habe keinen Einblick in deren Betriebsabläufe". Auf der anderen Seite formieren sich Pro-Regulierungs-PACs wie Public First Action, die den Bemühungen von Leading the Future entgegenwirken wollen.

O'Farrell betonte jedoch, dass er auch dieses Gegenlager nicht unterstütze. Er argumentierte, dass „massive politische Ausgaben toxisch für unsere Demokratie" seien. Sein Kernargument: KI sei nicht „einfach nur eine weitere Technologie", und die Führungskräfte der Tech-Branche sollten intensiv daran arbeiten, Politiker über die potenziellen Vorteile und Risiken auf dem Laufenden zu halten.

Eine ausgewogene Regulierung werde die Branche nicht durch das „Zum-Schweigen-Bringen der Debatte" erreichen, so O'Farrell, sondern nur durch „ernsthaftes Engagement und das Gewinnen von Vertrauen". Damit stellt sich der langjährige Insider klar gegen die Strategie, die viele seiner ehemaligen Kollegen im Silicon Valley verfolgen – und löst damit eine Debatte aus, die weit über die USA hinaus Bedeutung hat.

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