ANZEIGEDie kleine Aktie ist aktuell gnadenlos unterbewertet. So profitieren deutsche Anleger…

Evotec im Visier möglicher Käufer

Hamburger Biotechfirma kämpft um Unabhängigkeit und sucht neue Wachstumsimpulse

 Evotec im Visier möglicher Käufer

Das Hamburger Biotechunternehmen Evotec sieht sich trotz eigener Unabhängigkeitsbestrebungen weiterhin als potenzielles Übernahmeziel. Die diesjährige Hauptversammlung fand im Cinemaxx-Kino am Dammtorbahnhof statt, einem Ort, der sinnbildlich für die jüngste, teils dramatische Entwicklung des Unternehmens steht. Evotec, eines der ältesten Biotechunternehmen Deutschlands, unterstützt seit Jahren Pharmakonzerne bei der Wirkstoffsuche. Zuletzt hatte das Unternehmen mit Hackerangriffen, Investorendruck und einem abrupten Führungswechsel zu kämpfen.

Im vergangenen Jahr war ein Übernahmeangebot durch das US-Unternehmen Halozyme Therapeutics bekannt geworden, das jedoch zurückgezogen wurde. Dennoch halten sich entsprechende Gerüchte weiterhin. Die Aktie ist aktuell mit rund sieben Euro bewertet, was Evotec mit einer Marktkapitalisierung von etwas über einer Milliarde Euro in den Fokus potenzieller Käufer rückt. Während institutionelle Investoren wie MIG Capital das Unternehmen als Übernahmekandidaten einschätzen, wird gleichzeitig die fehlende Wachstumsperspektive als Hindernis genannt. Auch der Finanzinvestor Triton, der zehn Prozent der Anteile hält, könnte in Zukunft eine Rolle spielen.

Evotecs neuer CEO Christian Wojczewski, ehemals bei Linde tätig, steht nun vor der Herausforderung, das Vertrauen der Aktionäre zurückzugewinnen und neue Wachstumsimpulse zu setzen. Seine erste Hauptversammlung als Unternehmenslenker ist zugleich ein öffentlicher Härtetest. Im Raum steht zudem die Entlastung seines Vorgängers Werner Lanthaler, der mit verspätet gemeldeten Aktiengeschäften für Unruhe gesorgt hatte.

Die wirtschaftliche Bilanz für das Jahr 2024 fällt durchwachsen aus. Der Umsatz stieg nur leicht auf 797 Millionen Euro, während das bereinigte Betriebsergebnis auf 22,6 Millionen Euro sank. Unter dem Strich wurde ein Verlust verzeichnet. Wojczewski reagierte mit einem harten Sparkurs: Personalabbau, Projektstreichungen und eine Rückbesinnung auf das Kerngeschäft der präklinischen Wirkstoffforschung.

Für das laufende Jahr strebt das Unternehmen einen Umsatz zwischen 840 und 880 Millionen Euro an. Das bereinigte Betriebsergebnis soll auf 30 bis 50 Millionen Euro verbessert werden. Zwischen 2024 und 2028 will Evotec ein durchschnittliches jährliches Wachstum von acht bis zwölf Prozent erreichen. Die operative Marge soll in diesem Zeitraum wieder auf zwanzig Prozent steigen.

Gleichwohl bestehen Zweifel, ob Evotec mit seinen frühen Entwicklungsallianzen, etwa mit Pfizer oder Bristol Myers Squibb, ausreichend Wertschöpfung generieren kann. Der Einfluss des Unternehmens in diesen Partnerschaften gilt als begrenzt.

EvotecÜbernahmeBiotechAktienPharmaindustrie

Disclaimer