Evonik richtet Geschäftsbereiche neu aus
Der Konzern trennt sich von Randbereichen und fokussiert auf Wachstumsfelder in der Spezialchemie

Der Essener Spezialchemiekonzern Evonik plant eine strategische Neuausrichtung, bei der sich das Unternehmen von Randbereichen trennt und gleichzeitig bestimmte Kerngeschäfte auf Wachstum ausrichtet. Evonik möchte sich auf margenstarke und wachstumsorientierte Bereiche der Spezialchemie konzentrieren. Dazu zählen insbesondere die Sparten Coating & Adhesive Resins sowie Health Care, die auf ihre jeweiligen Kerngeschäfte fokussiert werden sollen. Bereiche, die nicht zu diesen Kerngeschäften gehören, könnten entweder verkauft oder vollständig eingestellt werden. Betroffen sind Geschäftseinheiten mit einem Gesamtumsatz von rund 350 Millionen Euro und mehreren Hundert Mitarbeitenden.
Im Bereich Health Care will Evonik künftig den Fokus verstärkt auf Wachstumsfelder wie Lipide für mRNA- und Gentherapien, Systeme zur kontrollierten Wirkstofffreisetzung und Inhaltsstoffe für Zellkulturen legen. Ein Teil der bestehenden Produktion wird jedoch eingestellt. So wird die Herstellung von Ketosäuren für pharmazeutische Anwendungen am Standort Hanau bis Ende 2025 beendet. Davon sind etwa 260 Beschäftigte betroffen. Zudem sollen zwei weitere Standorte in Frankreich und China entweder verkauft oder durch Partnerschaften neu ausgerichtet werden.
Auch im Bereich Coating & Adhesive Resins steht eine Konzentration auf bestimmte Produkte bevor. Hierbei wird der Fokus auf flüssige Polybutadiene als Additive für Kleb- und Dichtstoffe sowie Autoreifen gelegt. Daneben sollen Spezial-Acrylate für die Medizintechnik und Verpackungsindustrie eine zentrale Rolle spielen. Andere Bereiche dieses Segments werden ebenfalls zum Verkauf angeboten.
Diese Maßnahmen sind Teil eines umfassenderen Umbaus bei Evonik, der bereits in der Vergangenheit begonnen wurde. In diesem Zuge hat sich das Unternehmen schon von verschiedenen Einheiten getrennt. Aktuell steht das sogenannte C4-Verbund-Geschäft mit mehr als 1000 Mitarbeitenden zum Verkauf. Auch das Polyolefine-Geschäft, das einen Umsatz von etwa 100 Millionen Euro erwirtschaftet und rund 150 Mitarbeitende beschäftigt, soll in den Bereich C4-Chemie überführt und ebenfalls veräußert werden.
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Zur AktienanalyseMit dieser Neuausrichtung verfolgt Evonik das Ziel, sich auf seine wachstums- und margenstarken Geschäfte zu konzentrieren und damit langfristig profitabler zu werden.


