Eurozone plant Maßnahmen zur Stärkung des Euro als Weltwährung
Finanzminister beraten über elf konkrete Schritte gegen wirtschaftlichen Druck aus USA und China

Die Finanzminister der Eurozone treffen sich am Montag in Brüssel, um über die Zukunft des Euro als internationale Währung zu beraten. Ziel ist es, Europa widerstandsfähiger gegenüber dem wirtschaftlichen Druck aus den Vereinigten Staaten und China zu machen. Die Europäische Kommission hat dazu einen umfassenden Katalog mit elf Maßnahmen vorgelegt.
Im Zentrum der Diskussion steht der Abbau interner Handelsschranken innerhalb der EU. Nach Berechnungen des Internationalen Währungsfonds entsprechen diese Hürden einem Zoll von 44 Prozent auf Waren und sogar 110 Prozent auf Dienstleistungen. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Einführung eines einheitlichen Gesellschaftsrechts – das sogenannte "28. Regime" – das EU-weit tätigen Unternehmen erlauben würde, unter einem einzigen Regelwerk zu operieren statt unter 27 verschiedenen nationalen Gesetzen.
Ein besonders ambitioniertes Vorhaben ist die Schaffung einer Kapitalmarktunion. Diese könnte rund 10 Billionen Euro mobilisieren, die derzeit ungenutzt auf Bankkonten in der gesamten Union liegen. Diese Mittel sollen in zukunftsträchtige Sektoren fließen – von grüner Energie über Digitalisierung bis hin zu Verteidigung, Halbleitern und Biotechnologie.
Gemeinsame Schulden und digitaler Euro
Die Kommission schlägt zudem die Ausgabe weiterer gemeinsamer EU-Anleihen vor. Dies würde den Markt für Euro-Bonds vertiefen und auf Euro lautende Instrumente liquider machen. Großinvestoren und Zentralbanken würden den Euro dadurch als Reservewährung attraktiver finden. Parallel dazu soll der Europäische Stabilitätsmechanismus (ESM) zu einer vollwertigen EU-Institution umgebaut werden, die auch die gemeinsame EU-Verschuldung verwaltet.
Ein zentraler Baustein ist die Einführung eines digitalen Euro. Dieser würde es Europäern ermöglichen, Online-Einkäufe mit einem eigenen Zahlungssystem zu bezahlen, ohne auf die US-Unternehmen VISA und Mastercard angewiesen zu sein. Diese beiden Konzerne wickeln derzeit etwa zwei Drittel aller Kartentransaktionen in der Eurozone ab. Zudem sollen digitale Vermögenswerte wie Stablecoins und tokenisierte Einlagen entwickelt werden, die auf Euro lauten. Aktuell dominiert der US-Dollar mit über 90 Prozent Marktanteil diesen Bereich.
Stärkung in Handel und Finanzierung
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Zur AktienanalyseDie Minister werden auch über die Stärkung des Euro als Fakturierungswährung beraten. Besonders bei Zahlungen für Öl, Gas, Strom, Transport, Rohstoffe und Verteidigung soll der Euro eine größere Rolle spielen. Die Europäische Zentralbank könnte zudem weitere Euro-Liquiditätslinien für andere Zentralbanken und Marktteilnehmer weltweit bereitstellen.
Eine EU-weite Einlagensicherung soll Sparern in der gesamten Union den gleichen Schutz garantieren, unabhängig davon, bei welcher Bank sie ihr Geld anlegen. Zusätzlich sollen Drittstaaten ermutigt werden, vermehrt auf Euro lautende Anleihen zu emittieren. Die Umsetzung dieser ehrgeizigen Agenda würde die Position des Euro im internationalen Finanzsystem deutlich stärken und Europa unabhängiger von anderen Wirtschaftsräumen machen.


