Europas Windsektor unter Druck
Die Zeit läuft ab: Europäische Windkraftunternehmen müssen sich neu erfinden

Jahrelang dominierten europäische Windkraftunternehmen den globalen Markt, während chinesische Hersteller ihren Fokus auf den Heimatmarkt legten. Doch nun ändern sich die Machtverhältnisse, da chinesische Turbinenhersteller ihren Blick über die Landesgrenzen hinaus richten. Diese Verschiebung erfolgt zu einer Zeit, in der westliche Windkraftunternehmen mit roten Zahlen zu kämpfen haben. Die europäische Windindustrie warnt vor einer ähnlichen Entwicklung wie in der Solarbranche, die nahezu vollständig von Massenimporten aus Fernost verdrängt wurde.
Ein zentraler Vorwurf lautet, dass chinesische Windunternehmen unfaire staatliche Subventionen erhalten. Diese Behauptungen werden von den Herstellern aus China bestritten. Der Erfolg der chinesischen Windkonzerne ist jedoch nicht nur auf staatliche Unterstützung zurückzuführen, sondern auch auf ihren pragmatischen Ansatz und die intensive Zusammenarbeit in der Branche. Während westliche Turbinenhersteller oft isoliert agieren und sich im harten Wettbewerb gegenseitig Marktanteile streitig machen, arbeiten chinesische Unternehmen enger zusammen und teilen technische Erkenntnisse.
Ein weiterer Vorteil der chinesischen Hersteller ist ihre Automatisierung und Skaleneffekte, die in Europa schwer zu realisieren sind. China ist der weltweit größte Windenergiemarkt und verfügt über mehr Kapazitäten, als das Land benötigt. Zudem zeichnet sich die chinesische Windindustrie durch Pragmatismus aus. Probleme werden im laufenden Betrieb behoben, ohne großes Aufsehen zu erregen.
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Zur AktienanalyseTrotz dieser Herausforderungen haben europäische Windkraftunternehmen noch einen Heimvorteil. Sie genießen das Vertrauen von Projektplanern, Energiekonzernen und Betreibern, verfügen über ein etabliertes Netzwerk und kennen den europäischen Windmarkt aus erster Hand. Dennoch müssen sie dringend ihre Finanzen in den Griff bekommen, da die ersten Turbinen aus China bereits auf den Markt drängen.


