Europas Industrie fordert mehr Kupferminen
Viscaria und Aurubis setzen auf heimische Förderung statt Importabhängigkeit

Europäische Industrieunternehmen werden in den kommenden Tagen verstärkt auf den Ausbau der heimischen Kupferförderung drängen, um die Abhängigkeit von Importen aus Drittstaaten zu verringern. Nach Einschätzung des schwedischen Unternehmens Viscaria und des deutschen Kupferproduzenten Aurubis reicht die derzeitige Rohstoffbasis in Europa nicht aus, um den steigenden Bedarf langfristig zu decken. Trotz vorhandener Lagerstätten wird aktuell rund die Hälfte des in Europa benötigten Kupfers aus Regionen wie Lateinamerika eingeführt, was mit langen Transportwegen und entsprechenden Emissionen verbunden ist.
Viscaria plant, diesen Zustand teilweise zu verändern, indem eine stillgelegte Kupfermine im Norden Schwedens reaktiviert wird. Die Wiederaufnahme der Produktion ist für Ende 2027 vorgesehen. Nach derzeitigen Planungen soll die Mine jährlich etwa 25.000 Tonnen Kupfer liefern. Rund die Hälfte dieser Menge wird künftig an Aurubis gehen. Eine entsprechende Absichtserklärung haben beide Unternehmen kürzlich in Berlin unterzeichnet. Für Aurubis stellt die Liefermenge zwar nur einen kleinen Teil des gesamten Beschaffungsvolumens dar, dennoch wird die Vereinbarung als strategisch bedeutsam eingeschätzt.
Aus Sicht der beteiligten Unternehmen ist der Aufbau zusätzlicher europäischer Minenkapazitäten mit erheblichen Herausforderungen verbunden. Hohe Investitionskosten, langwierige Genehmigungsverfahren und strenge Umweltauflagen gelten als zentrale Hürden. Viscaria verweist zugleich darauf, dass moderne Förderprojekte in Europa unter hohen Sozial- und Umweltstandards umgesetzt werden sollen. In Schweden soll die Energieversorgung der geplanten Anlage weitgehend über ein bestehendes Wasserstoffnetz erfolgen.
Aurubis verarbeitet Kupferkonzentrate aus Minen und von Händlern sowie große Mengen an recyceltem Altkupfer. Etwa die Hälfte des eingesetzten Materials stammt bereits aus Recyclingprozessen. Nach Einschätzung des Unternehmens wird dieser Anteil jedoch nicht ausreichen, um den künftig stark wachsenden Bedarf zu decken. Kupfer gilt als Schlüsselrohstoff für zahlreiche Technologien, darunter Elektromobilität, Rechenzentren und erneuerbare Energien wie die Windkraft. Für ein nachhaltiges Wachstum der Branche seien zusätzliche Primärquellen notwendig.
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Zur AktienanalyseDer internationale Wettbewerbsdruck bleibt dabei hoch. Insbesondere der Ausbau von Hüttenkapazitäten in China belastet den Markt. Forderungen nach EU-Schutzzöllen auf chinesisches Kupfer begegnen die beteiligten Unternehmen zurückhaltend. Stattdessen wird auf staatliche Förderinstrumente und verlässliche Rahmenbedingungen für den Bergbau in Europa gesetzt. Ziel ist es, gleiche Wettbewerbsbedingungen zu schaffen und gleichzeitig die Versorgungssicherheit mit strategisch wichtigen Metallen zu erhöhen.


