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Europas Gasmarkt kämpft um stabile Preise

US-Flüssiggas, leere Speicher und die ungewisse Zukunft von Nordstream sorgen für Unsicherheit

Europas Gasmarkt kämpft um stabile Preise

Der Preis für Erdgas liegt an der niederländischen Börse TTF aktuell bei rund 43 Euro pro Megawattstunde. Das ist deutlich höher als vor Beginn der Energiekrise im Jahr 2022, als die Preise meist unter 20 Euro lagen, aber auch deutlich höher als im vergangenen Jahr, als Gas für rund 25 Euro zu haben war. Zwar ist die Panik aus dem Krisenjahr 2022 abgeklungen, als die Gaspreise zwischenzeitlich sogar auf über 300 Euro stiegen, doch vollständig gelöst ist die Krise nicht. Experten wie Christopher Kuplent, Leiter des europäischen Energie-Researchteams bei der Bank of America, gehen davon aus, dass sich die Gaspreise erst langfristig, bis zum Ende des Jahrzehnts, wieder stabilisieren werden.

Europa hat auf die hohen Preise bisher vor allem mit einer strukturellen Reduzierung der Gasnachfrage reagiert. Insgesamt sank die Nachfrage um rund 20 Prozent. Dabei war es hauptsächlich die Industrie, die weniger verbrauchte und in der Folge entweder die Produktion reduzierte oder Investitionen ins Ausland verlagerte. Für die meisten Unternehmen besteht keine Aussicht auf baldige Preissenkungen, was Investitionen in Europa insgesamt weniger attraktiv macht. Erschwerend kommt hinzu, dass Ende 2024 das Transitabkommen zwischen Russland und der Ukraine ausgelaufen ist. Russland lieferte bislang noch über das ukrainische Pipelinesystem Gas nach Europa, vor allem nach Österreich und in die Slowakei, doch diese Lieferungen sind seit Anfang 2025 entfallen.

Mögliche Entlastung könnte aus den USA kommen, wo Präsident Trump kurz nach seinem Amtsantritt den Ausbau der Kapazitäten für Flüssiggas (LNG) wieder ermöglicht hat. Trump kündigte eine zuverlässige Versorgung Europas mit amerikanischem Flüssiggas an, sofern entsprechende Verträge zustande kämen. Gleichzeitig verfolgt er das Ziel, die Energieexporte zur politischen und wirtschaftlichen Dominanz der USA zu nutzen. Dennoch bleibt fraglich, ob die zusätzlichen LNG-Lieferungen aus den USA ausreichen werden, um die Gaspreise in Europa nachhaltig zu stabilisieren, da deren Verfügbarkeit auch stark von der Nachfrage aus Asien abhängt.

Ein weiterer kritischer Faktor ist der Zustand der europäischen Gasspeicher. Aufgrund der aktuellen Preissituation gibt es wenig Anreiz, Gas im Sommer einzuspeichern, da der Preisunterschied zwischen Sommer und Winter – der sogenannte Spread – zurzeit negativ ist. Dies hat dazu geführt, dass die deutschen Speicher derzeit nur zu knapp 33 Prozent gefüllt sind. Sollte dieser Zustand anhalten, müsste das Unternehmen Trading Hub Europe im Herbst zusätzlich Gas auf dem Spotmarkt einkaufen, finanziert durch Steuergelder. Lockerungen der Speicherfüllvorgaben könnten zwar kurzfristig Druck vom Markt nehmen, würden aber zugleich das Risiko steigender Gaspreise im Winter erhöhen, das letztlich die Verbraucher tragen müssten.

ErdgasPreiserhöhungEuropaUSALNG

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