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Europäischer Weizenpreis steigt dank US-Märkten und China-Spekulationen

Pariser Euronext-Kontrakt legt 0,8 Prozent zu – Händler fordern mehr Details zu möglichen China-Käufen.

Europäischer Weizenpreis steigt dank US-Märkten und China-Spekulationen

Die europäischen Weizenpreise haben am Dienstag zugelegt. Treiber waren Gewinne an den US-Märkten, Erwartungen steigender Getreideverkäufe nach China sowie sinkende Erntebewertungen. Der Referenzkontrakt für Mahlweizen mit Fälligkeit im September an der Pariser Euronext schloss 0,8 Prozent höher bei 215 Euro (249,44 US-Dollar) pro Tonne.

Im Fokus der Marktteilnehmer standen Berichte, wonach China dem Kauf zusätzlicher US-Getreide- und Sojabohnenmengen zugestimmt haben soll. Allerdings mangelt es diesen Meldungen bislang an konkreten Einzelheiten – und auch eine offizielle Bestätigung seitens Chinas steht noch aus. Mehrere Händler und Analysten äußerten sich skeptisch gegenüber der Tragweite dieser Berichte.

„Die Nachricht, dass China dem Kauf von mehr US-Getreide und Sojabohnen zugestimmt hat, benötigt mehr Details, um stützend zu wirken", sagte ein deutscher Händler. Ein französischer Händler ergänzte mit Blick auf die Unsicherheiten: „Manchmal steckt der Teufel im Detail." Beide Stimmen verdeutlichen, dass die Marktteilnehmer trotz der positiven Preisbewegung vorsichtig bleiben.

Algerische Ausschreibung im Blick

Neben den China-Spekulationen beobachteten Händler auch die Ergebnisse einer algerischen Weizenausschreibung aufmerksam. Algerien gehört zu den bedeutendsten Weizenimporteuren weltweit und ist ein wichtiger Abnehmer europäischen – insbesondere französischen – Weizens. Ausschreibungsergebnisse aus dem nordafrikanischen Land gelten daher als relevanter Indikator für die Nachfragesituation am europäischen Getreidemarkt.

Die Kombination aus festen US-Märkten, Hoffnungen auf chinesische Käufe und der Beobachtung der algerischen Ausschreibung sorgte insgesamt für eine positive Stimmung am europäischen Weizenmarkt. Gleichzeitig mahnen die fehlenden Details zur China-Vereinbarung zur Zurückhaltung. Ob die Preisgewinne nachhaltig sind, dürfte maßgeblich davon abhängen, ob und wann konkrete Informationen zu einem möglichen Handelsabkommen zwischen den USA und China folgen.

Für deutsche Anleger und Marktteilnehmer, die Agrarrohstoffe im Blick haben, bleibt die Entwicklung der sino-amerikanischen Handelsbeziehungen ein zentraler Einflussfaktor. Getreidepreise reagieren sensibel auf geopolitische Signale – insbesondere wenn es um die Kaufentscheidungen des weltgrößten Weizenimporteurs China geht.

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