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Europäische Gaspreise steigen wegen schwindender Iran-Friedenshoffnungen

Gescheiterte Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran treiben Erdgas- und Ölpreise deutlich nach oben.

Europäische Gaspreise steigen wegen schwindender Iran-Friedenshoffnungen

Die europäischen Erdgaspreise haben am Dienstag spürbar zugelegt. Auslöser ist die wachsende Skepsis über ein baldiges Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran. Der richtungsweisende niederländische Frontmonatskontrakt am TTF-Hub stieg bis 09:17 Uhr ET um 1,3 Prozent auf 46,835 Euro pro Megawattstunde. Der britische Kontrakt für Juni legte ebenfalls um 1,6 Prozent auf 115,27 Pence pro Therm zu.

Hintergrund der Preisbewegung sind gescheiterte Verhandlungen zwischen Washington und Teheran. US-Präsident Donald Trump erklärte am Montag gegenüber Reportern, dass ein Waffenstillstand an „massiven lebenserhaltenden Maßnahmen" hänge. Er hatte zuvor das iranische Gegenangebot auf einen amerikanischen Friedensvorschlag abgelehnt und bezeichnete es als „inakzeptabel" – und später sogar als „ein Stück Müll", das es seiner Meinung nach nicht einmal wert sei, vollständig gelesen zu werden.

Eskalation statt Entspannung

Laut CNN erwägt Trump, der angesichts der zögerlichen Verhandlungen zunehmend ungeduldig geworden ist, nun ernsthaft die Wiederaufnahme größerer Kampfhandlungen. Die Hoffnung auf eine diplomatische Lösung schwindet damit weiter. Einige Beobachter setzen allerdings auf Trumps bevorstehende China-Reise und ein geplantes Treffen mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping als möglichen Ausweg aus der Pattsituation.

China gilt als wichtiger Importeur von iranischem Rohöl und könnte laut Analysten als Garant für ein langfristiges Friedensabkommen fungieren. Ob Peking diese Rolle tatsächlich übernehmen will, bleibt jedoch offen. Die geopolitische Unsicherheit belastet die Energiemärkte weiterhin erheblich.

Straße von Hormus als kritischer Engpass

Besonders im Fokus der Märkte steht die Straße von Hormus, die für den Tankerverkehr praktisch gesperrt bleibt. Diese Meerenge ist ein entscheidender Transportweg für etwa ein Fünftel des weltweiten Erdöls und Flüssigerdgases (LNG). Eine anhaltende Blockade trifft damit die globale Energieversorgung an einem besonders empfindlichen Punkt.

Die Ölpreise reagierten entsprechend stark. Die Futures für die globale Sorte Brent notierten zuletzt um 3,2 Prozent höher bei 107,56 US-Dollar pro Barrel. US-Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) legte um 3,3 Prozent auf 101,30 US-Dollar pro Barrel zu.

Europas Gasspeicher unter Druck

Für Europa kommt die Entwicklung zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Analysten wiesen darauf hin, dass anhaltende oder zunehmende Störungen des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus die Fähigkeit Europas beeinträchtigen könnten, die Gasspeicherstände wieder aufzufüllen. Diese liegen derzeit bereits unter dem Fünfjahresdurchschnitt – ein Umstand, der die Versorgungssicherheit für den kommenden Winter in Frage stellt.

Für deutsche und europäische Verbraucher sowie Unternehmen bedeutet dies: Die Energiepreise bleiben vorerst auf erhöhtem Niveau. Solange keine diplomatische Lösung im Iran-Konflikt in Sicht ist und die Straße von Hormus blockiert bleibt, dürfte der Druck auf die Gasmärkte anhalten.

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