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Europäische Gaspreise geben nach – Ölmarkt und Iran-Sanktionen belasten

Sinkende Ölpreise und Berichte über mögliche US-Sanktionserleichterungen für den Iran drücken die europäischen Erdgaspreise am Montag deutlich ins Minus.

Europäische Gaspreise geben nach – Ölmarkt und Iran-Sanktionen belasten

Die europäischen Erdgaspreise haben am Montag nachgegeben und damit dem Rückgang an den Ölmärkten Folge geleistet. Auslöser war die Berichterstattung über mögliche US-Sanktionserleichterungen für iranisches Rohöl. Der richtungsweisende niederländische Frontmonatskontrakt am TTF-Hub fiel laut ICE-Daten um 2,4 Prozent auf 48,975 Euro pro Megawattstunde.

Zuvor hatte der TTF-Kontrakt im Handelsverlauf noch den höchsten Stand seit dem 7. April erreicht. Auch der britische Juni-Kontrakt gab deutlich nach und sank um 2,7 Prozent auf 120,23 Pence pro Therm. Die Kursbewegungen spiegeln die enge Verzahnung der Erdgas- und Ölmärkte wider.

Ölpreisbindung als entscheidender Faktor

Viele Verträge für Flüssigerdgas (LNG) und Pipeline-Gas sind über Indizes an die Ölpreise gekoppelt. Das bedeutet, dass Preisänderungen bei Rohöl direkt auf die Erdgaspreise durchschlagen können. Dieser Mechanismus erklärt, warum Nachrichten rund um den Ölmarkt – insbesondere geopolitische Entwicklungen – auch für Gasanleger von zentraler Bedeutung sind.

Die Rohölpreise selbst drehten ins Minus, nachdem iranische Medien berichtet hatten, dass die USA eine vorübergehende Aussetzung der gegen den Iran verhängten Ölsanktionen vorgeschlagen hätten. Diese Aussetzung solle demnach gelten, bis ein endgültiges Friedensabkommen zwischen Washington und Teheran erzielt sei. Mehr iranisches Öl auf dem Weltmarkt würde das Angebot erhöhen und die Preise unter Druck setzen.

Zusätzlich dämpften laut Reuters steigende Temperaturen sowie eine solide Erzeugung aus erneuerbaren Energien die Gasnachfrage in Europa. Beide Faktoren reduzierten den Bedarf an Erdgas zur Strom- und Wärmeerzeugung und verstärkten so den Abwärtsdruck auf die Preise.

Geopolitische Unsicherheiten bleiben bestimmend

Das Bild bleibt jedoch uneinheitlich: US-Finanzminister Scott Bessent erklärte im Vorfeld eines Treffens der G7-Finanzminister, er werde die Amtsträger auffordern, die US-Sanktionen gegen den Iran einzuhalten. Diese Sanktionen sollen verhindern, dass Finanzmittel nach Teheran fließen. US-Präsident Donald Trump deutete zudem in einem Social-Media-Post an, dass für den Iran „die Uhr ticke", um ein Friedensabkommen zu erzielen.

Am Wochenende verschärfte sich die geopolitische Lage in der Region zusätzlich. Ein Drohnenangriff verursachte einen Brand in einer Atomanlage in den Vereinigten Arabischen Emiraten, während Saudi-Arabien nach eigenen Angaben drei Drohnen abfangen konnte. Diese Vorfälle wecken Zweifel an der Beständigkeit des fragilen Waffenstillstands zwischen den USA und dem Iran.

Für Anleger und Energieverbraucher bleibt die Lage damit angespannt. Die Kombination aus geopolitischen Risiken im Nahen Osten, unklarer Sanktionspolitik und saisonalen Nachfrageeffekten dürfte die Volatilität an den europäischen Gasmärkten in den kommenden Wochen hoch halten.

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