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Europäische Erdgaspreise steigen wegen eskalierender Iran-Spannungen

Verschärfte Konflikte zwischen den USA und dem Iran treiben die Gaspreise am TTF-Hub auf 44,39 Euro pro MWh.

Europäische Erdgaspreise steigen wegen eskalierender Iran-Spannungen

Die europäischen Erdgaspreise haben am Donnerstag deutlich zugelegt. Der richtungsweisende niederländische Frontmonatskontrakt am TTF-Hub stieg laut Daten der Intercontinental Exchange bis 08:44 Uhr ET (12:44 Uhr GMT) um 2,1 Prozent auf 44,39 Euro pro Megawattstunde (MWh). Auslöser ist die anhaltende Eskalation im Konflikt zwischen den USA und dem Iran – trotz eines erst kürzlich verlängerten Waffenstillstands.

Das US-Militär gab bekannt, einen weiteren Öltanker mit Verbindungen zum Iran festgesetzt zu haben. Das Verteidigungsministerium veröffentlichte Aufnahmen, die US-Truppen an Deck des Schiffes während der Fahrt im Indischen Ozean zeigen sollen. Die Spannungen zwischen Washington und Teheran verschärften sich damit weiter, obwohl Präsident Donald Trump Anfang der Woche eine Verlängerung des Waffenstillstands angekündigt hatte.

Straße von Hormus im Fokus

Parallel dazu demonstriert der Iran seine zunehmende Kontrolle über die strategisch wichtige Straße von Hormus. Teheran veröffentlichte ein Video, das zeigt, wie iranische Soldaten ein massives Frachtschiff in der Region entern. Am Mittwoch hatte der Iran drei Schiffe in der Meerenge angegriffen und zwei davon festgesetzt. Iranische Regierungsvertreter erklärten, die Angriffe seien eine Reaktion auf eine US-Blockade iranischer Häfen sowie auf die vorangegangene Beschlagnahmung eines unter iranischer Flagge fahrenden Schiffes durch die USA.

Die Straße von Hormus ist eine der bedeutendsten Wasserstraßen der Welt. Über sie wird etwa ein Fünftel des weltweiten Öls transportiert. Seit Beginn des Krieges Ende Februar ist der Tankerverkehr durch die Meerenge nahezu zum Erliegen gekommen – mit erheblichen Folgen für die globalen Energiemärkte.

Waffenstillstand verlängert, Lage bleibt angespannt

Trump hatte in einem Social-Media-Post angekündigt, dass ein zweiwöchiges Waffenstillstandsabkommen mit dem Iran nur wenige Stunden vor seinem Auslaufen verlängert wurde. Die Verlängerung sei auf Ersuchen Pakistans erfolgt, das als Vermittler zwischen Washington und Teheran fungiert. Die Waffenruhe bleibe so lange in Kraft, bis iranische Vertreter einen „einheitlichen Vorschlag" für den Frieden vorlegen würden.

Für Europa kommen zu den Auswirkungen des Energieschocks noch weitere Belastungen hinzu. Der Kontinent kämpft mit Schäden an Erdgasförderanlagen im Nahen Osten, insbesondere in Katar, die durch Angriffe verursacht wurden. Die Referenzpreise für Erdgas liegen zudem bereits über dem Niveau von vor Beginn des gemeinsamen US-israelischen Angriffs auf den Iran.

Die Entwicklungen verdeutlichen, wie stark die europäischen Energiemärkte von geopolitischen Spannungen im Nahen Osten abhängig sind. Für deutsche Verbraucher und Unternehmen bedeutet ein anhaltend hoher Gaspreis eine zusätzliche Belastung – insbesondere in einer Zeit, in der die Energiekosten ohnehin ein zentrales wirtschaftspolitisches Thema bleiben.

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