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Europäische Erdgaspreise geben nach – Nahost-Spannungen belasten Markt

Trotz leichter Kursverluste am Freitag steuern europäische Erdgaspreise auf Wochengewinne zu – Hisbollah-Ablehnung trübt Stimmung.

Europäische Erdgaspreise geben nach – Nahost-Spannungen belasten Markt

Die europäischen Erdgaspreise haben am Freitag leicht nachgegeben, bleiben aber auf Kurs für Wochengewinne. Der richtungsweisende niederländische Frontmonatskontrakt am TTF-Hub notierte zuletzt um 0,3 Prozent niedriger bei 48,605 Euro pro Megawattstunde. Britische Erdgas-Futures verloren ebenfalls 0,7 Prozent und fielen auf 117,13 Pence pro Therm.

Laut ICE-Daten spiegeln die Preisbewegungen eine stabile Nachfrage sowie eine höhere Einspeisung von Flüssigerdgas (LNG) wider. Die Einspeisung von LNG soll am Freitag aufgrund neuer Ladungsankünfte in Belgien und Deutschland um 100 Gigawattstunden pro Tag auf 1.817 GWh/d steigen, wie Reuters unter Berufung auf LSEG-Daten berichtete. Trotz einer geringfügig kühleren Temperaturprognose für die kommende Woche wird die Nachfrage voraussichtlich nahezu unverändert bleiben.

Hisbollah lehnt Waffenstillstand ab – Friedenshoffnungen schwinden

Die Marktstimmung wurde durch die Ablehnung eines Waffenstillstands durch die Hisbollah erheblich getrübt. Der Anführer der Hisbollah bezeichnete das Anfang dieser Woche von den USA vermittelte Abkommen zwischen Israel und dem Libanon als „absurd, demütigend und beleidigend". Dies weckt neue Zweifel an der Möglichkeit eines Friedensabkommens zwischen den USA und dem Iran.

Teheran, das mit den Hisbollah-Milizen verbündet ist, hat die Einstellung der Kämpfe im Libanon zu einer zentralen Forderung in den Friedensverhandlungen mit Washington gemacht. Die USA und Israel hatten Ende Februar einen gemeinsamen Angriff auf den Iran gestartet, der sich seither auf andere Gebiete im Nahen Osten, einschließlich des Libanon, ausgeweitet hat. Laut Associated Press erfolgte die Ankündigung der Hisbollah, während israelische Angriffe mindestens vier Menschen töteten. Libanesische Truppen rückten am Donnerstag in Gebiete im Südlibanon vor, die seit Monaten Schauplatz intensiver Kämpfe sind.

Straße von Hormus bleibt gesperrt – globales Angebot verknappt

Entscheidend für die Energiemärkte ist, dass das Ausbleiben einer Einigung dazu geführt hat, dass die Straße von Hormus faktisch für den Tankerverkehr gesperrt bleibt. Dieser lebenswichtige Seeweg ist für ein Fünftel des weltweiten Erdöls und Flüssigerdgases von zentraler Bedeutung. Die anhaltende Sperrung verknappt das globale Angebot spürbar.

Infolgedessen sind die Energiepreise im Vergleich zum Vorkriegsniveau stark gestiegen. Für europäische Verbraucher und die energieintensive deutsche Industrie bleibt die Lage damit angespannt. Die Entwicklungen am TTF-Hub gelten als Leitindikator für den gesamten europäischen Gasmarkt und beeinflussen direkt die Energiekosten für Haushalte und Unternehmen in Deutschland und der gesamten EU.

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