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Europäische Erdgaspreise fallen wegen Windkraft und Iran-Unsicherheit

Starke Windprognosen drücken die Gasnachfrage, während unsichere US-Iran-Friedensgespräche die Märkte zusätzlich belasten.

Europäische Erdgaspreise fallen wegen Windkraft und Iran-Unsicherheit

Die europäischen Erdgaspreise haben am Dienstag deutlich nachgegeben. Der richtungsweisende niederländische Frontmonatskontrakt am TTF-Hub fiel bis 12:59 Uhr GMT um 2,9 Prozent auf 47,69 Euro pro Megawattstunde. Auch die britischen Erdgas-Futures gaben um 3,2 Prozent auf 115,33 Pence pro Therm nach.

Als wesentlicher Treiber des Preisrückgangs gelten Prognosen für starken Wind, der eine erhöhte Erzeugung aus erneuerbaren Energien verspricht. Laut von Reuters zitierten Schätzungen der LSEG wird die Nachfrage außerhalb der lokalen Verteilungszonen – eine Kennzahl, die auch die Stromsektornachfrage umfasst – am Mittwoch um 214 Gigawattstunden pro Tag niedriger ausfallen als üblich.

Geopolitische Spannungen belasten den Markt

Noch in der vorangegangenen Handelssitzung waren die Gaspreise sprunghaft angestiegen. Auslöser waren Berichte, wonach der Iran als Reaktion auf israelische Angriffe im Libanon die Übermittlung vermittelter Botschaften an die Vereinigten Staaten eingestellt habe. Diese geopolitische Eskalation hatte die Marktteilnehmer aufgeschreckt, da sie die Versorgungssicherheit über die Straße von Hormus infrage stellte.

Die Straße von Hormus ist ein lebenswichtiger Seeweg für etwa ein Fünftel des weltweiten Angebots an Flüssigerdgas (LNG). Für den gewerblichen Schiffsverkehr bleibt dieser strategisch bedeutsame Engpass faktisch gesperrt – ein Umstand, der die Energiemärkte weiterhin in Atem hält.

Israels Militär griff am Dienstag erneut Ziele im Libanon an. Ein begrenzter Teil-Waffenstillstand zwischen Israel und der vom Iran unterstützten Hisbollah schien die Feindseligkeiten trotz seines geringen Umfangs vor einer weiteren Eskalation zu bewahren. Der Libanon hatte zuvor den Waffenstillstand verkündet, obwohl Israel laut Reuters mitteilte, am Dienstag zwei aus dem Libanon abgefeuerte Geschosse abgefangen zu haben.

Trumps Optimismus trifft auf diplomatische Realität

US-Präsident Donald Trump hatte sich am Montag gegenüber ABC News optimistisch gezeigt. Er erklärte, ein Friedensabkommen mit dem Iran, das einen laufenden Waffenstillstand verlängern und die Straße von Hormus wieder öffnen würde, könne „im Laufe der nächsten Woche" zustande kommen. Zuvor hatte ein Bericht behauptet, Teheran habe die Kommunikation mit Washington eingestellt.

Trump sprach von einer „kleinen Panne" – womit er sich offenbar auf den Einspruch des Irans gegen die israelische Aggression gegenüber dem Libanon bezog. Dies hatte Teheran Berichten zufolge dazu veranlasst, sich von den Verhandlungen zurückzuziehen. Ob die Gespräche zwischen den USA und dem Iran wieder aufgenommen wurden, blieb zunächst unklar.

Die libanesische Botschaft in Washington forderte Israel laut Reuters auf, von Angriffen auf Beirut und von der Hisbollah kontrollierte Vororte abzusehen. Der Waffenstillstand werde die Kämpfe im Libanon nicht beenden, was zu einem zentralen Streitpunkt in den Friedensverhandlungen zwischen den USA und dem Iran geworden ist. Trump betonte zudem, dass die Hisbollah über Vermittler versprochen habe, Israel nicht anzugreifen, und dass der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu zugesagt habe, von Angriffen auf Beirut abzusehen.

Für europäische Energieverbraucher und Investoren bleibt die Lage damit zweigeteilt: Kurzfristig sorgen günstige Wetterbedingungen für Entlastung an den Gasmärkten, während die geopolitischen Risiken rund um den Iran und die Straße von Hormus mittelfristig ein erhebliches Aufwärtspotenzial für die Preise darstellen.

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