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Europäische Chip-Aktien erholen sich nach heftigem KI-Ausverkauf

ASML, Infineon und STMicro legen zu – ein Tag nach dem breiten Ausverkauf bei KI- und Halbleiterwerten.

Europäische Chip-Aktien erholen sich nach heftigem KI-Ausverkauf

Die Aktien europäischer Halbleiterunternehmen haben sich am Freitag deutlich erholt. Sie folgten damit ihren asiatischen Pendants in die Gewinnzone, nachdem Anleger am Vortag massiv Aktien aus dem Bereich der künstlichen Intelligenz abgestoßen hatten. Der Ausverkauf hatte bereits am Mittwoch begonnen und sich am Donnerstag weiter ausgeweitet.

Auslöser der Verkaufswelle war eine Aussage von Federal-Reserve-Vorsitzendem Kevin Warsh. Er erklärte, dass jeder, der erwarte, die Fed werde eine Inflation oberhalb ihres 2-Prozent-Ziels tolerieren, „enttäuscht sein werde". Diese Aussage schürte Sorgen über ein anhaltend restriktives Zinsumfeld – ein Umfeld, das wachstumsstarke Technologie- und KI-Werte besonders belastet.

Starke Erholung in Asien gibt den Ton an

Den Auftakt zur Erholung machten asiatische Märkte. Der südkoreanische Speicherchiphersteller SK Hynix schloss fast 11% höher, Samsung Electronics legte um 8,2% zu. Beide Unternehmen gelten als Schlüssellieferanten für die globale KI-Infrastruktur und hatten im Zuge des Ausverkaufs besonders stark gelitten.

In Europa zogen die Kurse ebenfalls an, wenn auch moderater. Der niederländische Halbleiterausrüster ASML Holding und sein kleinerer Konkurrent ASM International verzeichneten jeweils ein Plus von 2,1%. ASML gilt als weltweit einziger Hersteller von EUV-Lithografiemaschinen, die für die Produktion modernster Chips unverzichtbar sind – und ist damit ein zentraler Gradmesser für die Stimmung im gesamten Halbleitersektor.

Der deutsche Chiphersteller Infineon Technologies stieg um 0,9%. Das Münchner Unternehmen ist vor allem im Bereich Automobil- und Leistungselektronik aktiv und profitiert von der Nachfrage nach Chips für Elektrofahrzeuge und Industrieanwendungen. Die Aktien von STMicroelectronics legten um 0,6% zu.

Goldpreis und Bergbauwerte profitieren von schwachen US-Jobdaten

Parallel zur Erholung bei Halbleitern zogen auch Londoner Bergbauwerte an. Hintergrund war ein schwächer als erwartet ausgefallener US-Arbeitsmarktbericht, der die Erwartungen an weitere Zinserhöhungen der Federal Reserve dämpfte. Höhere Zinssätze belasten in der Regel unverzinste Vermögenswerte wie Gold und Silber – ein schwächerer Zinsausblick wirkt daher stützend auf die Edelmetallpreise.

Gold-Futures in New York stiegen um 1,4% auf 4.185,30 US-Dollar pro Feinunze. Silber legte um fast 3% auf 62,85 US-Dollar pro Unze zu. Zusätzlichen Rückenwind erhielt Gold laut Soojin Kim von MUFG durch erneute Sorgen um die Unabhängigkeit der US-Notenbank, da Präsident Trump die Federal Reserve weiterhin öffentlich kritisiert.

Die Edelmetall-Bergbauunternehmen Fresnillo und Hochschild Mining stiegen beide um rund 2,2%. Anglo American gewann 1,4%, und der Rohstoffriese Glencore notierte 1% im Plus. Die Bewegungen verdeutlichen, wie eng Rohstoff- und Edelmetallwerte mit dem makroökonomischen Zinsumfeld verknüpft sind – ein Zusammenhang, den deutsche Anleger bei der Portfoliogestaltung im Blick behalten sollten.

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