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Europäische Börsen uneinheitlich – Iran-Friedensgespräche sorgen für Unsicherheit

Widersprüchliche Signale aus Washington und Teheran verunsichern Anleger – DAX und FTSE MIB legen leicht zu.

Europäische Börsen uneinheitlich – Iran-Friedensgespräche sorgen für Unsicherheit

Die europäischen Aktienmärkte starten uneinheitlich in den Handelstag. Während der deutsche DAX um 0,13 Prozent und der italienische FTSE MIB um 0,15 Prozent zulegen dürften, werden der britische FTSE 100 und der französische CAC 40 laut Daten des Brokers IG leicht im Minus erwartet. Im Mittelpunkt des Marktgeschehens steht die weiterhin unklare Lage rund um den Konflikt zwischen den USA und dem Iran.

US-Präsident Donald Trump hatte in einem am Mittwoch ausgestrahlten Interview erklärt, der Konflikt stehe „sehr kurz vor dem Abschluss". Diese Aussage schürte Optimismus unter Anlegern, dass Friedensgespräche wieder aufgenommen werden könnten. Die Hoffnung auf eine diplomatische Lösung hatte bereits am Mittwoch die Wall Street angetrieben – sowohl der S&P 500 als auch der Nasdaq Composite erreichten im regulären Handel neue Rekordstände.

Widersprüchliche Signale aus Washington

Die Nachrichtenagentur Associated Press berichtete am Mittwoch unter Berufung auf regionale Beamte, dass die USA und der Iran eine „grundsätzliche Einigung" erzielt hätten, ihren fragilen zweiwöchigen Waffenstillstand zu verlängern. Ziel sei es, mehr Raum für Diplomatie zu schaffen. Doch ein hochrangiger US-Regierungsvertreter widersprach dieser Darstellung gegenüber dem Sender CNBC: Die USA hätten einer Verlängerung des Waffenstillstands „nicht formell zugestimmt".

„Es gibt weiterhin Bemühungen zwischen den USA und dem Iran, eine Einigung zu erzielen", sagte der Beamte, der anonym bleiben wollte, um über interne Regierungspläne sprechen zu können. Diese widersprüchlichen Aussagen spiegeln sich in der Zurückhaltung der europäischen Märkte wider. Händler versuchen, die weitere Richtung im Konflikt einzuschätzen, ohne klare Signale aus Washington zu erhalten.

Asiatische Märkte mit starker Rallye

Über Nacht zeigte sich an den asiatischen Börsen ein deutlich positiveres Bild. Der japanische Nikkei 225 erreichte im Zuge einer breiteren Rallye ein Rekordhoch und folgte damit den Gewinnen der Wall Street. Die Hoffnung auf ein Abkommen zwischen den USA und dem Iran trieb die Risikobereitschaft der Investoren an. Die US-Aktienfutures zeigten sich am Mittwochabend nach den Rekordständen kaum verändert.

Für den Donnerstag stehen in Europa wichtige Konjunkturdaten auf dem Programm. Um 7:00 Uhr Londoner Zeit werden die neuesten britischen BIP-Zahlen für den Monat Februar veröffentlicht. Zudem werden die endgültigen europäischen Inflationsdaten für März erwartet. Vorläufige Zahlen von Anfang des Monats hatten gezeigt, dass die Inflation in der Eurozone im März auf 2,5 Prozent gestiegen ist – nach 1,9 Prozent im Februar.

Quartalsergebnisse von mehreren Unternehmen erwartet

Neben den Makrodaten rücken auch Unternehmensberichte in den Fokus. Am Donnerstag legen unter anderem folgende Unternehmen ihre Quartalsergebnisse vor:

  • Vinci
  • Tesco
  • Aker
  • Pernod Ricard
  • Rentokil Initial

Die Kombination aus geopolitischer Unsicherheit, wichtigen Konjunkturdaten und einer Reihe von Unternehmensberichten dürfte den europäischen Handel am Donnerstag bewegt halten. Anleger bleiben angesichts der unklaren Lage im Iran-Konflikt vorsichtig, während positive Signale aus Asien und den USA zumindest eine gewisse Unterstützung liefern.

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