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Europäische Aktien unter Druck: Nahost-Eskalation treibt Ölpreise

Schließung der Straße von Hormus durch Iran versetzt Energiemärkte in Aufruhr und belastet europäische Börsen am Montag.

Europäische Aktien unter Druck: Nahost-Eskalation treibt Ölpreise

Die europäischen Aktienmärkte haben am Montag nachgegeben, nachdem eine heftige Eskalation der Feindseligkeiten im Nahen Osten die Anleger aus Risikoanlagen flüchten ließ. Ausschlaggebend war die Erklärung Irans, die strategisch bedeutsame Straße von Hormus geschlossen zu haben. Der paneuropäische Leitindex STOXX 600 verlor bis 12:50 GMT rund 0,25 Prozent.

Der deutsche DAX und der französische CAC 40 notierten nahezu unverändert, während der Londoner FTSE 100 um 0,3 Prozent nachgab. Damit folgte Europa dem allgemeinen Trend an den wichtigsten Regionalbörsen, die allesamt im Minus notierten.

Straße von Hormus: Ein Fünftel des weltweiten Öltransports in Gefahr

Die iranischen Revolutionsgarden verkündeten die Schließung der Straße von Hormus „bis auf Weiteres", nachdem ein Handelsschiff angegriffen worden war und die USA daraufhin militärische Vergeltungsschläge durchgeführt hatten. Die Wasserstraße ist für rund ein Fünftel des weltweiten Öltransports auf dem Seeweg verantwortlich – eine mögliche Blockade hat damit unmittelbare Auswirkungen auf die globalen Energiemärkte. Das US Central Command entgegnete zwar, die Wasserstraße bleibe für den rechtmäßigen Transit offen, doch die Drohung reichte aus, um die Märkte in Aufruhr zu versetzen.

Die globalen Öl-Benchmarks reagierten prompt: Sowohl Brent Crude als auch West Texas Intermediate (WTI) stiegen um mehr als 4,4 Prozent. Davon profitierten die großen europäischen Öl- und Gaskonzerne deutlich. Shell legte um 1,4 Prozent zu, BP stieg sogar um 2,9 Prozent, und TotalEnergies verzeichnete ein Plus von 2,2 Prozent.

Der aktuelle Ausverkauf markiert eine Kehrtwende gegenüber der Vorwoche, in der europäische Aktien noch Boden gutmachen konnten. Insbesondere Tech-Werte und Chiphersteller hatten eine Rallye angeführt, gestützt durch vorübergehende Hoffnungen auf diplomatische Fortschritte und eine robuste weltweite Nachfrage nach Infrastruktur für künstliche Intelligenz. Diese mühsam erkämpften Gewinne drohten bei anhaltenden Verlusten wieder zunichtegemacht zu werden.

EZB-Direktoriumsmitglied Schnabel im Fokus der Anleger

Neben der geopolitischen Lage richteten die Märkte ihren Blick auch auf die Europäische Zentralbank. Isabel Schnabel, Mitglied des EZB-Direktoriums, sollte im weiteren Tagesverlauf eine Rede halten. Anleger verfolgten ihre Äußerungen mit besonderer Aufmerksamkeit, da Schnabel als eine der restriktiveren Entscheidungsträgerinnen der Zentralbank gilt und konsequent einen vorsichtigen Ansatz bei der Senkung der Kreditkosten bevorzugt hat. Neue Hinweise zum künftigen Zinskurs der EZB wurden erwartet.

Auf Unternehmensebene gab es trotz des schwachen Gesamtmarkts einige positive Ausreißer. Akzo Nobel stiegen um 2 Prozent, nachdem Nippon Paint ein Angebot für das Geschäft mit Dekorationsfarben des Lackherstellers abgegeben hatte. Vodafone legte um 4 Prozent zu und weitete damit die Gewinne vom Freitag aus. Hintergrund: Milliardär Xavier Niel hatte erklärt, er plane, einen Anteil im Wert von fast 6 Milliarden US-Dollar an dem Telekommunikationskonzern vom Unternehmen e& aus den Vereinigten Arabischen Emiraten zu erwerben.

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