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Europäische Aktien unter Druck: Iran-Friedenshoffnungen schwinden rapide

Futures auf STOXX 600, DAX und CAC 40 verlieren bis zu 1,5 Prozent, da der fragile Waffenstillstand zwischen USA und Iran zu zerbrechen droht.

Europäische Aktien unter Druck: Iran-Friedenshoffnungen schwinden rapide

Die europäischen Aktienmärkte stehen am Montag vor einem schwachen Handelsstart. Futures auf den STOXX 600 gaben bis 06:45 Uhr GMT um fast 1,5 Prozent nach. Kontrakte auf den deutschen DAX und den französischen CAC 40 verloren 1,5 beziehungsweise 1,3 Prozent.

Auslöser der Nervosität ist die zunehmend fragile Lage im Nahen Osten. Der zwischen den USA und dem Iran vereinbarte Waffenstillstand läuft am Dienstag aus – und die Chancen auf eine Verlängerung schwinden. Der Iran lehnte laut seiner staatlichen Nachrichtenagentur neue Friedensgespräche mit Washington ab, nur wenige Stunden nachdem US-Präsident Donald Trump angekündigt hatte, Gesandte nach Pakistan zu entsenden. Gleichzeitig drohte Trump mit neuen Angriffen, sollte Teheran seine Bedingungen nicht akzeptieren.

Straße von Hormus im Fokus

Die Straße von Hormus bleibt das zentrale Nadelöhr der globalen Energieversorgung. Durch die Meerenge fließt ein Fünftel der weltweiten Energielieferungen – ein Ausfall hätte weitreichende Folgen für die Weltwirtschaft. Der Iran hatte die Schließung der kritischen Wasserstraße erneut angeordnet, doch Daten des Analyseunternehmens Kpler zeigen, dass am Samstag mehr als 20 Schiffe mit Öl, Metallen, Gas und Düngemitteln die Passage passierten. Es war der verkehrsreichste Tag seit dem 1. März – ein zaghaftes Zeichen einer Normalisierung, das die Märkte jedoch nicht zu beruhigen vermag.

Die aktuelle Lage markiert eine deutliche Kehrtwende gegenüber dem Optimismus vom Freitag. Damals hatte der STOXX 600 mehr als 1 Prozent zugelegt und seinen vierten Wochengewinn in Folge gesichert, nachdem der Iran die Straße von Hormus für offen erklärt hatte. Die Hoffnungen auf eine diplomatische Lösung hatten die europäischen Börsen kurzzeitig beflügelt.

Energiekosten belasten Europas Wirtschaft

Die erhöhten Ölpreise setzen die energieabhängigen europäischen Volkswirtschaften weiterhin unter Druck und sorgen für spürbare Zurückhaltung bei den Anlegern. Besonders der Reise- und der Industriesektor könnten vor starken Rückgängen stehen, da sie die Hauptlast der gestiegenen Energiekosten tragen.

Auf der Gewinnerseite dürften hingegen die großen Ölkonzerne stehen. Angesichts der gestiegenen Rohölpreise wird erwartet, dass sie kräftige Gewinne verbuchen werden. Für Anleger ergibt sich damit ein gespaltenes Bild: Während Energietitel profitieren könnten, geraten energieintensive Branchen zunehmend unter Druck.

Die Entwicklungen rund um den Iran-Konflikt bleiben damit der bestimmende Faktor für die europäischen Börsen in der neuen Handelswoche. Solange keine diplomatische Lösung in Sicht ist und der Waffenstillstand auf der Kippe steht, dürfte die Volatilität an den Märkten hoch bleiben.

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