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Europäische Aktien steigen leicht – US-Iran-Abkommen im Fokus

Anleger bewerten das vorläufige US-Iran-Abkommen und die Aussichten auf eine Wiederöffnung der Straße von Hormus.

Europäische Aktien steigen leicht – US-Iran-Abkommen im Fokus

Die europäischen Aktienmärkte haben am Dienstagmorgen leicht zugelegt und damit an die Rally der vorangegangenen Sitzung angeknüpft. Der paneuropäische STOXX 600 Index stieg bis 07:17 Uhr GMT um 0,3 Prozent auf 636,01 Punkte. Den stärksten Zuwachs verzeichnete dabei der Sektor für Industriegüter und -dienstleistungen mit einem Plus von 1,2 Prozent.

Bereits am Montag hatte der Leitindex auf einem Rekordhoch geschlossen. Auslöser war eine vorläufige Einigung zwischen den USA und dem Iran, die den dreimonatigen Konflikt beenden und die Straße von Hormus – eine der wichtigsten globalen Ölversorgungsrouten – wieder öffnen soll. Das Abkommen sorgte für spürbare Erleichterung an den Märkten.

Ölpreise unter Druck – Inflationssorgen nehmen ab

Die Ölpreise setzten ihren Rückgang am Dienstag fort. Die Nordseesorte Brent Crude wurde nahe 82 US-Dollar pro Barrel gehandelt. Sinkende Energiepreise dämpfen die Inflationssorgen, die zuletzt die Erwartungen an eine weitere geldpolitische Straffung angeheizt hatten.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte in der vergangenen Woche die Zinssätze um 25 Basispunkte angehoben, um dem Preisdruck entgegenzuwirken. Laut von LSEG zusammengestellten Daten preisen Händler bereits eine weitere Erhöhung bis zum Jahresende ein. Auch andere Notenbanken agieren in diesem Umfeld restriktiv.

Die Bank of Japan hob die Zinsen am Dienstag auf ein 31-Jahres-Hoch an, um dem energiebedingten Preisdruck entgegenzuwirken. Zusätzlich stehen die Zinsentscheidungen der US-Notenbank Federal Reserve sowie der Bank of England im weiteren Verlauf der Woche im Fokus der Märkte. Beide Entscheidungen dürften die Richtung an den globalen Kapitalmärkten maßgeblich beeinflussen.

Technologiesektor schwächelt – Einzelwerte im Fokus

KI-bezogene Aktien, die in den vergangenen Handelstagen stark geschwankt hatten, gaben erneut nach. Der breitere Technologiesektor-Index verlor 0,2 Prozent. STMicroelectronics fiel um 2,5 Prozent, nachdem der Halbleiterhersteller Pläne zur Emission von Wandelanleihen im Wert von 1,5 Milliarden US-Dollar bekannt gegeben hatte.

Positiv stach hingegen UniCredit hervor: Die Aktien des italienischen Kreditinstituts legten um 2,8 Prozent zu. Hintergrund ist die Ablehnung des UniCredit-Angebots zum Kauf von Commerzbank-Aktien durch Deutschland. Als Begründung nannte die deutsche Seite einen zu niedrigen Preis sowie die Unterstützung für eine eigenständige Commerzbank. Die Commerzbank-Aktie selbst stieg daraufhin um 1 Prozent.

Das Marktgeschehen zeigt einmal mehr, wie eng geopolitische Entwicklungen, Energiepreise und Geldpolitik miteinander verknüpft sind. Für Anleger bleibt das Umfeld anspruchsvoll: Einerseits sorgt das US-Iran-Abkommen für Entspannung, andererseits halten die Zinserhöhungszyklen der großen Notenbanken die Märkte in Atem.

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