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Europäische Aktien steigen leicht – Ölpreisrückgang dämpft geopolitische Risiken

Der STOXX 600 legte am Donnerstag um 0,2 % zu, während sinkende Ölpreise und US-Inflationsdaten die Märkte stützten.

Europäische Aktien steigen leicht – Ölpreisrückgang dämpft geopolitische Risiken

Die europäischen Aktienmärkte haben am Donnerstag leicht zugelegt. Der paneuropäische STOXX 600 notierte gegen 08:30 Uhr GMT um 0,2 % höher bei 660,57 Punkten. Damit erholte sich der Leitindex nach einem Rückzug von seinen Rekordhochständen in der vorangegangenen Sitzung. Treiber der moderaten Erholung waren vor allem sinkende Rohölpreise, die den Fokus der Anleger auf die nachlassende globale Nachfrage lenkten.

Belastet wurde die Stimmung weiterhin durch die festgefahrenen Friedensgespräche zwischen den USA und dem Iran sowie durch anhaltende Störungen der Schifffahrt durch die Straße von Hormus. Eine hochrangige iranische Quelle bestätigte, dass es keine Fortschritte bei den Gesprächen zur Wiederbelebung des im Juni vereinbarten Übergangsabkommens gegeben habe. Die Unsicherheit über den weiteren Verlauf des Konflikts bleibt damit ein zentrales Thema für die Märkte.

Britische Wirtschaft wächst – FTSE 100 dennoch im Minus

Trotz überraschend positiver Wirtschaftsdaten aus Großbritannien fiel der britische FTSE 100 um 0,3 %. Die britische Wirtschaft war im Juni unerwartet gewachsen, was zumindest kurzfristig für Beruhigung hinsichtlich der inländischen Wachstumsaussichten sorgte. Danni Hewson, Leiterin der Finanzanalyse bei AJ Bell, warnte jedoch vor übertriebener Euphorie: „Der Juni könnte sich durchaus als der letzte echte Lichtblick für die britische Wirtschaft in diesem Jahr erweisen." Sie verwies auf die Unsicherheit durch den Iran-Krieg, steigende Energiepreise und mögliche Haushaltsmaßnahmen, die das Vertrauen der Unternehmen in den kommenden Monaten belasten könnten.

Auch die am Mittwoch veröffentlichten US-Inflationsdaten spielten eine Rolle. Sie entsprachen weitgehend den Erwartungen und milderten damit die Sorgen über eine baldige Zinserhöhung durch die US-Notenbank Federal Reserve. Dennoch blieb die Gesamtstimmung in Europa gedämpft. David Morrison, Senior Market Analyst bei Trade Nation, brachte die Lage auf den Punkt: „Das eigentliche Problem besteht derzeit darin, wie man die Geschehnisse im Nahen Osten einpreist. Der Markt hat Monat für Monat eingepreist, dass der Krieg unmittelbar vor dem Ende steht."

Sektoren: Banken vorne, Rohstoffe unter Druck

Auf Sektorebene zeigte sich ein gemischtes Bild. Der Bankensektor führte die Gewinne mit einem Plus von 1,2 % an. Reise- und Freizeitwerte legten um 0,6 % zu, da niedrigere Treibstoffkosten die Aussichten für die Branche verbesserten. Der europäische Energiesektor hingegen sank um 0,7 %, während der Rohstoffsektor mit einem Minus von 2,9 % der schwächste Sektor des Tages war – belastet durch fallende Preise für Edel- und Industriemetalle.

Die Ölpreise gaben nach, nachdem Analysten ihre Prognosen für die weltweite Nachfrage in diesem Jahr gesenkt hatten. Als Begründung nannten sie die breiteren wirtschaftlichen Auswirkungen des anhaltenden Krieges im Nahen Osten.

Adyen und Maersk mit starken Kursgewinnen

Auf Unternehmensebene sorgten Quartalszahlen für deutliche Ausschläge. Adyen gehörte zu den größten Gewinnern im STOXX 600 und sprang um 12,2 % nach oben. Der niederländische Zahlungsdienstleister, zu dessen Kunden Spotify und Microsoft zählen, hatte seine jährliche Umsatzwachstumsprognose angehoben. Auch der dänische Reedereikonzern Maersk (MAERSKb) überzeugte: Die Aktie stieg um 4,6 %, nachdem das Unternehmen die Gewinnprognosen übertroffen und seine Jahresprognose zum zweiten Mal in diesem Jahr angehoben hatte. Höhere Frachtraten, angetrieben durch den Nahostkonflikt und eine starke Nachfrage, stützten das Ergebnis.

Am unteren Ende der Kurstafel stand Swissquote mit einem Einbruch von 10,7 %. Der Schweizer Finanz- und Handelsdienstleister verfehlte die Erwartungen für das erste Halbjahr, da die Erträge aus dem Kryptowährungsgeschäft schwächer als erwartet ausfielen. Damit bildete Swissquote das klare Schlusslicht im STOXX 600.

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