Europäische Aktien steigen leicht – Energie- und Gesundheitswerte vorn
STOXX 600 legt 0,2 Prozent zu, während stockende US-Iran-Verhandlungen die Anlegerstimmung dämpfen.

Die europäischen Aktienmärkte haben am Freitag leicht zugelegt. Der paneuropäische STOXX 600 stieg bis 08:41 Uhr GMT um 0,2 Prozent, angetrieben von Gewinnen in den Sektoren Energie und Gesundheit. Der deutsche DAX und der französische CAC 40 übertrafen dabei andere regionale Märkte mit einem Plus von jeweils 0,3 Prozent.
Die Stimmung blieb jedoch verhalten. Die Schweiz teilte mit, dass die für Freitag geplanten Gespräche zwischen den USA und iranischen Unterhändlern nicht stattfinden würden. Zusätzlich sagte US-Vizepräsident JD Vance seine Reisepläne in das Land ab, was die Unsicherheit über einen möglichen dauerhaften Waffenstillstand im Nahen Osten weiter erhöhte.
Energie- und Gesundheitswerte als Stützen
Die Ölpreise legten leicht zu und trieben die europäischen Öl- und Energiewerte um 1,2 Prozent nach oben. Gesundheitswerte wie Novo Nordisk und AstraZeneca gehörten zu den größten Stützen des STOXX 600, da Anleger in Sektoren umschichteten, die in unsicheren Zeiten als defensiver gelten.
Die Analysten von Morgan Stanley kommentierten die Lage in einer Mitteilung: „Die Wiedereröffnung spiegelt sich nur teilweise in den Rotationen und der Breite der EU-Aktien wider, da die Anleger auf die Umsetzung des Abkommens warten." Gleichzeitig stuften die Experten Energiewerte von „Overweight" auf „Equal Weight" herab – ein Signal, dass die Euphorie der vergangenen Tage nachlässt.
Zu Beginn der Woche hatten europäische Aktien noch Rekordhochs erreicht. Auslöser waren Anzeichen von Fortschritten bei den Friedensgesprächen zwischen den USA und dem Iran sowie eine schrittweise Wiedereröffnung der Straße von Hormus – einer strategisch bedeutsamen Wasserstraße, über die ein erheblicher Teil der weltweiten Energieversorgung läuft.
STOXX 600 auf Kurs zur zweiten Gewinnwoche
Der STOXX 600 steuert auf die zweite Gewinnwoche in Folge zu. Bankenwerte erzielten dabei eine Outperformance, da die geopolitischen Spannungen insgesamt nachließen. Für zusätzliche Erleichterung sorgten neue Wirtschaftsdaten: Die deutschen Erzeugerpreise stiegen im Mai weniger stark als erwartet und lagen im Jahresvergleich bei plus 2,2 Prozent. Anleger hatten befürchtet, dass hohe Energiekosten die Inflation weiter anheizen könnten.
Im geldpolitischen Umfeld bleibt die Europäische Zentralbank (EZB) ein wichtiger Faktor. Die EZB hatte in der vergangenen Woche zum ersten Mal seit fast drei Jahren die Zinsen angehoben. Für die nächste Sitzung im Juli gilt eine Pause jedoch als wahrscheinlichstes Szenario.
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Zur AktienanalyseEinzelwerte im Fokus: Entain und ASML
Auf Unternehmensebene sorgten zwei Meldungen für Bewegung. Entain-Aktien kletterten um 1,6 Prozent, nachdem Reuters berichtet hatte, dass der Eigentümer der Wettmarke Ladbrokes Optionen für sein Joint Venture in Mittel- und Osteuropa prüft – darunter auch ein möglicher Verkauf.
Dagegen gaben ASML-Papiere um 1,5 Prozent nach. Bloomberg berichtete, dass US-Handelsminister Howard Lutnick dem niederländischen Chiphersteller mitgeteilt habe, Washington sei besorgt, dass eine seiner wichtigsten Chipmaschinen unter Verletzung der von den USA geführten Exportbeschränkungen den Weg nach China gefunden haben könnte. Für ASML, einen der wichtigsten Zulieferer der globalen Halbleiterindustrie, ist dies eine erhebliche Belastung.


