ANZEIGEDie kleine Aktie ist aktuell gnadenlos unterbewertet. So profitieren deutsche Anleger…

Europäische Aktien pausieren nahe Rekordhoch wegen Ölpreisanstieg

Steigende Ölpreise durch den festgefahrenen Iran-Konflikt dämpfen die Risikobereitschaft der Anleger an europäischen Börsen.

Europäische Aktien pausieren nahe Rekordhoch wegen Ölpreisanstieg

Der paneuropäische STOXX 600 zeigte sich am Dienstag kaum verändert und notierte um 08:44 Uhr GMT bei 659,84 Punkten. Der Index schwankte dabei zwischen leichten Gewinnen und Verlusten – und das in unmittelbarer Nähe der Rekordhöchststände, die erst Anfang August erreicht worden waren. Auslöser für die zurückhaltende Stimmung war ein erneuter Anstieg der Ölpreise, nachdem die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran in eine Sackgasse geraten sind.

US-Präsident Donald Trump reagierte am Montag auf die iranischen Bedingungen für ein Friedensabkommen mit eigenen Gegenforderungen, darunter Entschädigungen für Menschen, die in Kriegen, bei Angriffen und Protesten getötet wurden. Diese rhetorische Eskalation erhöht das Risiko einer anhaltenden Störung im Bereich der Straße von Hormus – einer der wichtigsten Ölhandelsrouten der Welt. Die Ölpreise erreichten daraufhin ihren bisherigen Höchststand in diesem Monat.

Energiesektor profitiert, Reise- und Freizeitbranche leidet

Der Energiesektor zählte zu den klaren Gewinnern des Tages und legte um 1,4 Prozent zu. Steigende Energiepreise stützten die Öl- und Gaswerte spürbar. Auf der anderen Seite sank der Reise- und Freizeitsektor um 0,9 Prozent, was die Sorgen über höhere Treibstoffkosten widerspiegelt. Die InterContinental Hotels Group verlor 1,8 Prozent, nachdem sich das Wachstum des Zimmerumsatzes im zweiten Quartal verlangsamt hatte – ein starker Rückgang im Nahen Osten glich dabei die anhaltenden Zuwächse in den USA und China aus.

„Die Atempause in dieser Woche spiegelt eine gewisse Vorsicht im Zusammenhang mit dem Iran-Konflikt und den erneuten Druck auf die Ölpreise wider. Das ist das wesentliche kurzfristige Risiko für die europäischen Märkte", erklärte Gordon Kerr, europäischer Makrostratege bei KBRA. Die Sorge, dass eine anhaltende Störung der Straße von Hormus die Inflation anheizen und die Aussichten auf eine Lockerung der Geldpolitik trüben könnte, belastet die allgemeine Risikobereitschaft der Investoren.

Technologiesektor bleibt Jahresgewinner – KI als Treiber

Technologieaktien legten unterdessen um 0,5 Prozent zu und zeigten sich damit widerstandsfähig. Der Sektor gehört in diesem Jahr weiterhin zu den europäischen Spitzenreitern und hat seit Jahresbeginn rund 24 Prozent zugelegt. „Die europäische Technologiebranche hat weitgehend von der globalen KI-Story profitiert. Die Nachfrage nach Chips, Rechenzentren und dem allgemeinen KI-Ausbau hat den Sektor gestützt", so Kerr.

Zu den Einzelwerten stach Alcon positiv hervor: Die schweizerisch-amerikanische Augenheilkunde-Gruppe legte um 4 Prozent zu, nachdem das Unternehmen seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr angehoben hatte. Am anderen Ende der Skala rutschte die Spirax Group um 10,5 Prozent ans Ende des STOXX 600. Das Maschinenbauunternehmen hatte zwar seine Prognose für das Gesamtjahr mit einem organischen Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Bereich und einer Margenausweitung bestätigt – die Anleger reagierten dennoch enttäuscht.

Der Versicherungssektor gab um 0,6 Prozent nach. Legal & General verloren 3,1 Prozent, nachdem die UBS ihr Rating für die Aktie von „Neutral" auf „Sell" herabgestuft hatte. Die Herabstufung durch die Schweizer Großbank belastete den gesamten Sektor spürbar.

Blick auf wichtige Wirtschaftsdaten im Wochenverlauf

Die Anleger richten ihren Blick nun auf eine Reihe wichtiger Konjunkturdaten, die im weiteren Wochenverlauf veröffentlicht werden. Dazu zählen die Beschäftigungs- und BIP-Daten der Eurozone sowie die US-Verbraucherpreisdaten. Diese Zahlen dürften neue Hinweise auf den künftigen Zinspfad der Notenbanken liefern und könnten die Richtung an den europäischen Märkten in den kommenden Tagen maßgeblich beeinflussen.

Stoxx 600Europäische AktienÖlpreiseIran-KonfliktEnergiesektorTechnologieaktienZinspolitik

Disclaimer