Europa zieht LNG-Markt in neue Richtung
Asiens Importe sinken wegen hoher Preise, Europas Speicherfüllung bleibt hinter Vorjahr zurück

Europas Nachfrage nach Flüssigerdgas (LNG) hat im ersten Halbjahr 2025 weltweit für ein leichtes Importwachstum gesorgt – während Asien aufgrund gestiegener Preise Einbußen verzeichnete. Nach Angaben von Kpler beliefen sich die globalen LNG-Importe in den ersten sechs Monaten des Jahres auf 208,62 Millionen Tonnen, ein Anstieg um 1,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Während Europas Importe um 21,6 Prozent auf 66,43 Millionen Tonnen zunahmen, gingen die asiatischen Einfuhren um 6,4 Prozent auf 133,41 Millionen Tonnen zurück. Europa bemüht sich weiterhin, russisches Pipelinegas zu ersetzen, dessen Lieferungen infolge des Ukraine-Kriegs stark eingeschränkt wurden. Angesichts vergleichsweise niedriger Speicherstände bleibt der Bedarf an LNG hoch. Zum Ende Juni waren die europäischen Gasspeicher nur zu 56,8 Prozent gefüllt, deutlich unter dem Vorjahreswert von 75,5 Prozent.
Auch wenn Europas LNG-Importe seit dem Spitzenwert im März von 12,78 Millionen Tonnen auf 9,79 Millionen Tonnen im Juni zurückgingen, lagen die Zahlen weiterhin über dem Vorjahresniveau. Im Vergleich zum Juni 2024 bedeutete dies einen Anstieg um 36 Prozent.
Die starke europäische Nachfrage hält die Spotpreise in Asien auf einem erhöhten Niveau. In der Woche bis zum 27. Juni wurde LNG für Nordostasien mit 13,10 US-Dollar pro Million British Thermal Units (mmBtu) gehandelt. Zwar war das ein Rückgang gegenüber dem Viermonatshoch der Vorwoche von 14 Dollar, dennoch liegen die Preise weiterhin deutlich über dem Vorjahreswert. Der bisherige Jahrestiefststand von 11 Dollar pro mmBtu im Mai liegt spürbar über dem Tief von 8,30 Dollar aus dem März 2024. Der Höchstwert des laufenden Jahres wurde im Februar mit 16,10 Dollar erreicht – dem höchsten Preis seit Dezember 2023.
Die Preisentwicklung beeinflusst insbesondere preissensible Märkte wie China und Indien. China, größter LNG-Importeur der Welt, hat in jedem Monat des Jahres 2025 weniger eingeführt als im Vorjahr. Im Juni lagen die Einfuhren bei 5,12 Millionen Tonnen – weniger als die 5,87 Millionen aus dem Vorjahresmonat. Insgesamt gingen Chinas Importe im ersten Halbjahr um 22 Prozent auf 30,27 Millionen Tonnen zurück.
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Zur AktienanalyseIndien verzeichnete einen moderateren Rückgang um 8,7 Prozent auf 12,4 Millionen Tonnen. Dennoch verdeutlichen beide Fälle, wie Europas gestiegene Nachfrage die asiatischen Preise beeinflusst – mit Auswirkungen auf das Einkaufsverhalten dortiger Abnehmer. Ein Spotpreis über 12 Dollar pro mmBtu gilt in China als wirtschaftlich nicht tragfähig, was potenziell zu Zurückhaltung beim Einkauf oder zur Weiterveräußerung bereits vertraglich gesicherter Mengen führen könnte.


