Europa plant Ukraine-Friedensgespräche: Deutschland, Frankreich und Großbritannien aktiv
Die drei größten europäischen Volkswirtschaften arbeiten gemeinsam mit Kiew an Plänen, Russland an den Verhandlungstisch zu bringen.

Deutschland, Frankreich und Großbritannien arbeiten gemeinsam an einem Plan, um Russland in Verhandlungen zur Beendigung des Ukraine-Krieges einzubinden. Das berichten mit der Angelegenheit vertraute Personen, die unter der Bedingung der Anonymität sprachen. Die Initiative der drei größten Volkswirtschaften Europas könnte eine entscheidende Rolle bei der Suche nach einem diplomatischen Ausweg aus dem Konflikt spielen.
Laut den Informanten sehen die beteiligten Regierungen eine Verschiebung der Dynamik, die die Position des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj stärkt. Die Regierungsvertreter der drei Länder haben demnach über die Möglichkeit diskutiert, Gespräche unter Einbeziehung beider Kriegsparteien zu führen. Dabei wurden auch die ukrainischen Amtskollegen in die Überlegungen einbezogen.
Koordination mit Kiew im Mittelpunkt
Die Abstimmung mit der ukrainischen Seite ist offenbar ein zentrales Element der europäischen Strategie. Die beteiligten Regierungen haben die Angelegenheit laut den Quellen ausdrücklich mit ihren ukrainischen Amtskollegen besprochen. Dies deutet darauf hin, dass Europa keine Lösung über die Köpfe der Ukraine hinweg anstrebt, sondern Kiew als gleichberechtigten Partner in den Prozess einbindet.
Der russische Präsident Wladimir Putin ist dabei die entscheidende Gegenseite, die es an den Verhandlungstisch zu bringen gilt. Ob und unter welchen Bedingungen Moskau zu Gesprächen bereit wäre, geht aus den vorliegenden Informationen nicht hervor. Die europäischen Bemühungen konzentrieren sich zunächst auf die Ausarbeitung eines gemeinsamen Rahmens für mögliche Verhandlungen.
Bedeutung für die europäische Sicherheitspolitik
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Zur AktienanalyseDas koordinierte Vorgehen von Berlin, Paris und London unterstreicht den Willen der großen europäischen Mächte, in der Ukraine-Frage mit einer gemeinsamen Stimme zu sprechen. Für Deutschland ist dies ein weiterer Schritt in der aktiven Außenpolitik, die Bundeskanzler Friedrich Merz seit seinem Amtsantritt verfolgt. Die enge Abstimmung mit Frankreich und Großbritannien signalisiert, dass Europa in der Friedensfrage Eigeninitiative zeigen will.
Die Gespräche finden vor dem Hintergrund eines seit über drei Jahren andauernden Krieges statt, der Europa in seiner schwersten Sicherheitskrise seit Jahrzehnten hält. Eine diplomatische Lösung liegt im ureigenen Interesse der europäischen Staaten, die sowohl wirtschaftlich als auch sicherheitspolitisch stark von dem Konflikt betroffen sind. Ob die aktuellen Bemühungen zu konkreten Verhandlungen führen, bleibt abzuwarten.


