Euronext-Weizen steigt durch Mais-Rally und Hitzesorgen
Extreme Hitze im Mittleren Westen und in Frankreich treibt Mais- und Weizenpreise an beiden Seiten des Atlantiks deutlich nach oben.

Die Weizenpreise an der Euronext haben am Montag spürbar zugelegt. Der September-Weizen-Kontrakt an der Pariser Euronext stieg bis 15:05 Uhr GMT um 1,5 Prozent auf 204,50 Euro (233,46 US-Dollar) pro Tonne. Auslöser war eine breite Rally bei Mais-Futures auf beiden Seiten des Atlantiks, ausgelöst durch Sorgen über mögliche Ernteschäden durch extreme Hitze.
Zusätzlichen Rückenwind erhielt der Weizenpreis durch einen schwächeren Euro sowie einen umfangreichen Zukauf aus Saudi-Arabien. Händler gehen allerdings davon aus, dass Anbieter aus der Schwarzmeerregion den Großteil des saudi-arabischen Auftrags bedienen werden. Auch der Weizenpreis in Chicago legte um rund 2 Prozent zu.
Mais-Rally treibt die Märkte
Haupttreiber der Bewegung war eine Rally bei US-Mais von mehr als 3 Prozent. Eine Hitzewelle im Mittleren Westen der USA ließ erste Sorgen über Belastungen für die dortigen Maiskulturen aufkommen. An der Euronext kletterte der November-Mais-Kontrakt um 3,6 Prozent auf 239 Euro pro Tonne. Zuvor hatte der Kontrakt sogar ein neues Hoch bei 240 Euro erreicht und damit seinen ungewöhnlich hohen Aufschlag gegenüber Weizen weiter ausgebaut.
Auch in Europa droht die Lage ernst zu werden. Frankreich steht in dieser Woche vor heißem und trockenem Wetter, wobei im Südwesten Temperaturen von bis zu 40 Grad Celsius erwartet werden. Die Vorhersage droht den Zustand der Maiskulturen weiter zu verschlechtern, der sich bereits während einer Hitzewelle Ende Juni deutlich verschlechtert hatte.
Frankreich erwartet 30 Prozent weniger Maisproduktion
Die Folgen für die Ernte sind bereits absehbar: Französische Landwirte prognostizieren für dieses Jahr einen Rückgang der Maisproduktion um 30 Prozent. Eine derart schwache Maisernte hätte weitreichende Konsequenzen für die europäischen Agrarmärkte. Sie könnte die Nachfrage nach Maisimporten aus anderen Regionen ankurbeln und gleichzeitig den Einsatz von Weizen in der Tierfütterung erhöhen – was wiederum die Weizenpreise stützen würde.
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseDennoch stießen die Weizenpreise auf gewissen Widerstand. Berichte über hohe Erntevolumina bei der laufenden französischen Weizenernte sowie Erwartungen einer hohen Produktion in der Exportregion am Schwarzen Meer begrenzten den Preisanstieg. Die Schwarzmeerregion, zu der Länder wie Russland und die Ukraine gehören, zählt zu den weltweit bedeutendsten Weizenexporteuren und beeinflusst die globalen Preise maßgeblich.
Für deutsche Anleger und Agrarinvestoren bleibt die Wetterlage in den kommenden Wochen der entscheidende Faktor. Sollte die Hitze in Frankreich und den USA anhalten, dürften die Aufwärtsbewegungen bei Mais und Weizen weiter Bestand haben.


