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Euronext-Weizen fällt auf Drei-Wochen-Tief nach Hitzewelle

Milderes Wetter in Westeuropa und gute Ernteaussichten in Russland drücken den Weizenpreis auf den tiefsten Stand seit drei Wochen.

Euronext-Weizen fällt auf Drei-Wochen-Tief nach Hitzewelle

Der Weizenpreis an der Euronext hat am Montag ein Drei-Wochen-Tief erreicht. Der September-Kontrakt schloss mit einem Minus von 0,5 Prozent bei 206,50 Euro (239,99 US-Dollar) pro Tonne und verzeichnete damit den vierten Handelstag in Folge Verluste. Im Handelsverlauf markierte der Kontrakt mit 206,25 Euro sogar den niedrigsten Stand seit dem 8. Mai.

Ausgelöst wurde der Rückgang durch eine Entspannung bei den Erntesorgen. Nach einer Hitzewelle in Westeuropa sorgte milderes Wetter für Erleichterung an den Getreidemärkten. Gleichzeitig verstärkte sich die Erwartung eines großen Angebots aus den bevorstehenden Ernten auf der Nordhalbkugel – ein Faktor, der die Preise zusätzlich belastet.

Russland und USA belasten die Stimmung

Besonders die guten Ernteaussichten beim weltgrößten Weizenexporteur Russland dämpfen die Preise. Nachdem Dürreschäden beim US-Winterweizen in den vergangenen Wochen noch für Preisauftrieb gesorgt hatten, rückt nun der bevorstehende Erntebeginn auf der Nordhalbkugel in den Vordergrund. Die verbesserten Aussichten signalisieren dem Markt ein potenziell reichliches Angebot in den kommenden Monaten.

Auch günstige Wetterbedingungen für den US-Mais belasteten die Getreidemärkte insgesamt. Die positive Entwicklung bei Mais lenkte die Aufmerksamkeit der Marktteilnehmer von anderen Faktoren ab und verstärkte den allgemeinen Abwärtsdruck auf Getreidepreise.

Ölpreise ohne Wirkung auf Weizen

Bemerkenswert ist, dass eine kräftige Erholung der Rohölpreise den Weizenmarkt diesmal unbeeindruckt ließ. Die Ölpreise stiegen zuletzt aufgrund von Befürchtungen über eine erneute Eskalation des Nahostkonflikts deutlich an. Nachdem die Euronext in der Vorwoche noch der Schwäche des Rohöls gefolgt war, blieb sie nun aufgrund der eigenen Angebotsaussichten unter Druck – ein Zeichen dafür, dass fundamentale Angebotsfaktoren derzeit die Preisrichtung beim Weizen bestimmen.

Für deutsche Anleger und Marktteilnehmer ist die Entwicklung an der Euronext besonders relevant, da die Pariser Terminbörse als wichtigste europäische Referenzbörse für Weizen gilt. Die Preisbewegungen dort beeinflussen direkt die Kalkulationen von Mühlen, Bäckereien und der Lebensmittelindustrie in Deutschland und ganz Europa. Die aktuelle Entspannung bei den Erntesorgen könnte mittelfristig auch für Verbraucher spürbar werden, sofern sich die positiven Ernteerwartungen bestätigen.

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