Euro unter Druck nach US-Wahlsieg der Republikaner
Analysten erwarten Parität zum Dollar und steigende Inflation in den USA

Der deutliche Wahlsieg der Republikaner in den USA hat den Euro stark unter Druck gesetzt. Die europäische Gemeinschaftswährung verlor am Mittwoch bis zu 2,1 Prozent gegenüber dem Dollar, nachdem sich abzeichnete, dass Donald Trump eine zweite Amtszeit antreten könnte. Laut der Präsidentin der Europäischen Zentralbank, Christine Lagarde, könnten Handelshemmnisse und Zölle, die unter Trump wieder verstärkt werden könnten, Europas Wirtschaft erheblich belasten. Analysten befürchten, dass der Euro in den kommenden Wochen und Monaten weiter an Wert verlieren und möglicherweise sogar die Parität zum Dollar erreichen könnte.
Der Eurokurs fiel am Mittwochnachmittag auf etwa 1,07 Dollar, während er am Vortag noch über 1,09 Dollar lag. Der Kurs bewegte sich in diesem Jahr zwar in einem relativ stabilen Bereich zwischen 1,06 und 1,12 Dollar, doch die politischen Entwicklungen in den USA scheinen nun die Erwartungen für den Euro zu verschlechtern. Einige Experten gehen sogar davon aus, dass der Euro, ähnlich wie im Herbst 2022, bald wieder einen Wert von weniger als einem Dollar erreichen könnte. Damals lag der Kurs erstmals seit den frühen 2000er Jahren unter der Parität, erholte sich jedoch relativ rasch wieder.
Eine entscheidende Rolle spielt auch der Zinsunterschied zwischen den USA und dem Euro-Raum. Die US-Notenbank Fed erhöhte in den letzten Jahren mehrfach die Leitzinsen, während die EZB eher zögerlich reagierte. Mit Trump im Weißen Haus könnten Zinsen in den USA möglicherweise weniger stark gesenkt werden, als dies unter einer alternativen Regierung der Fall gewesen wäre, was wiederum den Dollar stärkt. Die Analysten der Deutschen Bank und Mizuho Financial Group haben ihre Wechselkursprognosen für den Euro auf 1,05 bzw. 1,03 Dollar zum Jahresende gesenkt.
Trumps protektionistische Haltung spielt ebenfalls eine wesentliche Rolle. Samy Chaar, Chefökonom bei Lombard Odier, schätzt, dass die Umsetzung von Trumps Zollplänen die Inflation in den USA um ein bis 1,5 Prozentpunkte steigern könnte. Auch das US-Wirtschaftsforschungsinstitut PIIE prognostiziert eine zusätzliche Inflation von etwa 1,3 Prozentpunkten im kommenden Jahr, falls Trump in diesem Bereich durchgreift. Weitere potenzielle Inflationstreiber in den USA könnten geplante Steuersenkungen und eine lockere Fiskalpolitik sein, was wiederum zu einer höheren Nachfrage und steigenden Preisen führen könnte.
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Zur AktienanalyseÖkonomen erwarten, dass die Fed und die EZB unterschiedlich auf die aktuelle Entwicklung reagieren werden. Während die Fed zwar noch eine Zinssenkung anstrebt, wird ihr Spielraum unter Trump begrenzt sein. Die EZB hingegen könnte gezwungen sein, ihre Leitzinsen rascher zu senken, um die Wirtschaft zu stützen und günstigere Kreditkonditionen anzubieten.


