EU will Abhängigkeit von Rohstoffen aus Drittstaaten reduzieren
Beschlossenes Maßnahmenpaket zielt auf mehr Selbstversorgung bei kritischen Rohstoffen wie Lithium ab

Die Europäische Union macht einen entscheidenden Schritt, um ihre Abhängigkeit von Drittstaaten bei der Versorgung mit kritischen Rohstoffen wie Lithium und Silizium zu verringern. In einer jüngsten Einigung zwischen dem Europaparlament und den Mitgliedstaaten wurde ein Maßnahmenpaket beschlossen, das die EU bis zum Jahr 2030 in eine unabhängigere Position bringen soll. Dieses Paket fokussiert sich insbesondere auf die Veredelung, Verarbeitung und das Recycling von kritischen Rohstoffen innerhalb Europas.
Zu den zentralen Bestandteilen des Pakets gehört die Festlegung, dass kein einzelnes Drittland mehr als 65 Prozent des EU-weiten Bedarfs an einem besonders wichtigen Rohstoff liefern darf. Für eine Liste von 17 als strategisch eingestuften Rohmaterialien, darunter Lithium, Kobalt und Silizium, wird diese Regelung Anwendung finden. Insgesamt sollen 34 Rohstoffe von der EU als kritisch eingestuft werden.
Die EU plant, die Gewinnung dieser Rohstoffe innerhalb ihrer Grenzen auf mindestens zehn Prozent des Bedarfs zu steigern und die Kapazitäten für die Verarbeitung auf mindestens 40 Prozent zu erhöhen. Zusätzlich soll ein Viertel der Rohstoffe in der EU recycelt werden. Nicola Beer, Vizepräsidentin des Europaparlaments, betonte die Bedeutung wirtschaftlicher Anreize für private Investoren, um diese Ziele zu erreichen. Dazu gehören unter anderem zentrale Anlaufstellen für Unternehmen und beschleunigte Genehmigungsverfahren.
Die Verordnung wird auch als geopolitisches Signal an Länder wie China gesehen, das derzeit noch als ein wichtiger Lieferant der EU gilt. Durch die Einführung eines Rahmens für strategische Rohstoffpartnerschaften mit Drittstaaten wird die EU zu einem attraktiven Partner im globalen Wettbewerb um diese wichtigen Ressourcen.
Diese Maßnahmen sind laut der EU-Kommission unerlässlich, da kritische Rohstoffe für eine Vielzahl von Technologien, die für Klimaschutz, Digitalisierung, Weltraumforschung und Verteidigung entscheidend sind, benötigt werden. Die Abhängigkeit von einem einzigen Drittland für diese Rohstoffe birgt geopolitische, ökologische und soziale Risiken.
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseDer Fokus auf Lithium, das in Batterien für Elektrofahrzeuge und zur Energieerhaltung verwendet wird, sowie auf Silizium, das für die Mikrochipproduktion entscheidend ist, unterstreicht die Dringlichkeit dieser Maßnahmen. Der Bedarf an Lithium soll bis 2030 um das Zwölffache steigen.
Dieser Deal muss nun noch durch den Rat der Mitgliedstaaten und das Plenum des Europaparlaments bestätigt werden, was jedoch als reine Formalität angesehen wird.


