EU warnt vor Kerosin-Knappheit wegen Straße von Hormus
Die Europäische Kommission schlägt Alarm: Bleibt die Lage in der Straße von Hormus angespannt, droht in der EU Kerosin-Knappheit.

Die Europäische Kommission hat am Donnerstag eindringlich vor einer möglichen Verknappung am Kerosinmarkt gewarnt. Sollte sich die Situation in der Straße von Hormus nicht innerhalb weniger Wochen verbessern, rechnen die Brüsseler Behörden mit spürbaren Engpässen bei der Versorgung mit Flugkraftstoff. Die Warnung erfolgte im Rahmen eines aktualisierten Berichts der Energieabteilung der Kommission.
Der Bericht wurde im Anschluss an die jüngsten Sitzungen der Koordinierungsgruppen für Öl und Gas veröffentlicht. Diese Gremien beobachten kontinuierlich die Versorgungslage in der EU und koordinieren mögliche Gegenmaßnahmen bei Energiekrisen. Ihre Einschätzungen gelten als wichtiger Frühindikator für die europäische Energiepolitik.
Alle EU-Länder betroffen
Laut der Mitteilung der Kommission betrifft die Sperrung der Straße von Hormus sowohl Rohöl als auch alle wichtigen Erdölprodukte. „Die Öl-Koordinierungsgruppe wies darauf hin, dass die Sperrung der Straße von Hormus sowohl Rohöl als auch alle wichtigen Erdölprodukte betrifft und dass alle EU-Länder von dieser Dynamik betroffen sind", heißt es in dem Dokument. Bislang seien auf Verbraucherebene keine physischen Versorgungsunterbrechungen festgestellt worden.
Dennoch sind die Auswirkungen bereits spürbar: Die EU verzeichnet nach eigenen Angaben bereits Preiseffekte infolge der angespannten Lage. Physische Engpässe auf Verbraucherebene sind bisher ausgeblieben – doch die Kommission macht deutlich, dass sich dies ändern könnte. Besonders der Kerosinmarkt steht im Fokus der Warnungen.
Die Straße von Hormus ist eine der strategisch bedeutsamsten Wasserstraßen der Welt. Durch diese enge Meerenge zwischen dem Iran und Oman fließt ein erheblicher Teil des globalen Öl- und Flüssiggashandels. Eine Blockade oder Einschränkung des Schiffsverkehrs dort hat unmittelbare Auswirkungen auf die weltweiten Energiemärkte – und damit auch auf Europa, das einen beträchtlichen Teil seines Energiebedarfs durch Importe deckt.
Kerosin besonders gefährdet
Die Kommission hebt Kerosin als besonders gefährdetes Produkt hervor. „Sollte sich die Situation jedoch in den nächsten Wochen nicht verbessern, ist mit einer zunehmenden Verknappung an den Märkten zu rechnen, insbesondere bei Kerosin", zitiert die Mitteilung aus dem Bericht. Kerosin ist der zentrale Treibstoff für den Luftverkehr und damit von großer wirtschaftlicher Bedeutung für Fluggesellschaften und den Reisesektor.
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Zur AktienanalyseFür deutsche Verbraucher und Anleger bedeutet die Entwicklung, dass steigende Kerosinpreise mittelfristig auf die Betriebskosten von Fluggesellschaften durchschlagen könnten. Airlines wie die Lufthansa sind auf stabile Kerosinpreise angewiesen, da der Treibstoff einen der größten Kostenblöcke im Flugbetrieb darstellt. Höhere Kerosinkosten können sich letztlich in steigenden Ticketpreisen für Reisende niederschlagen.
Die Europäische Kommission beobachtet die Lage weiterhin eng und hält ihre Koordinierungsgruppen in Bereitschaft. Konkrete Gegenmaßnahmen wurden in der aktuellen Mitteilung noch nicht angekündigt. Die kommenden Wochen dürften entscheidend dafür sein, ob und in welchem Ausmaß die EU auf die Versorgungskrise reagieren muss.

