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EU warnt vor katastrophalen Folgen einer Hormus-Blockade für Europa

EU-Kommissar Tzitzikostas schlägt Alarm: Eine anhaltende Sperrung der Straße von Hormus hätte verheerende Folgen für Europas Kerosinversorgung.

EU warnt vor katastrophalen Folgen einer Hormus-Blockade für Europa

EU-Kommissar Apostolos Tzitzikostas hat am Dienstag eindringlich vor den Konsequenzen einer anhaltenden Blockade der Straße von Hormus gewarnt. Die Folgen wären ohne eine Rückkehr zur dauerhaften Freiheit der Schifffahrt „katastrophal" für Europa und die Welt, erklärte er auf einer Pressekonferenz in Brüssel. Hintergrund ist der laufende Iran-Krieg, der die strategisch wichtige Meerenge im Persischen Golf betrifft.

Tzitzikostas betonte jedoch, dass es „zum heutigen Stand" keine Engpässe bei Kerosin gebe. Auch sehe er derzeit keine Anzeichen dafür, dass es in den kommenden Wochen oder Monaten zu weitreichenden Flugausfällen kommen werde. Es bestehe aktuell keine Notwendigkeit, in die Lebens-, Arbeits- oder Reisegewohnheiten der Menschen einzugreifen.

EU-Kommission schnürt Maßnahmenpaket

Die Europäische Kommission will dennoch vorsorglich handeln und plant, Leitlinien für mehrere kritische Bereiche bereitzustellen. Dazu gehören der Umgang mit Flughafen-Slots, Anti-Tankering-Maßnahmen, Fahrgastrechte sowie gemeinwirtschaftliche Verpflichtungen für den Fall von Kerosinengpässen. Ein umfassenderes Paket an Energie- und Verkehrsmaßnahmen soll voraussichtlich am Mittwoch vorgestellt werden.

Europa verfüge über Notvorräte an Kerosin, so Tzitzikostas. Diese Reserven könnten und würden jedoch nur im tatsächlichen Bedarfsfall freigegeben. Jede nationale Freigabe von Flugkraftstoff solle dabei in voller Transparenz erfolgen, um Marktverzerrungen zu vermeiden.

Die Kommission prüft zudem Optionen für den Import von Alternativen, darunter der US-amerikanische Kerosintyp Jet A. Damit soll die Abhängigkeit von Lieferungen aus dem Nahen Osten kurzfristig reduziert werden können.

Nachhaltige Kraftstoffe als langfristige Antwort

Langfristig setzt die EU auf eine strukturelle Lösung: Die Kommission werde betonen, dass die Union die Produktion von nachhaltigem Flugkraftstoff sowie synthetischen Kraftstoffen rasch hochfahren müsse. Ziel ist es, die strategische Abhängigkeit von Importen aus dem Nahen Osten dauerhaft zu verringern.

Die Straße von Hormus gilt als eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt. Durch sie werden erhebliche Mengen an Rohöl und Erdölprodukten transportiert, die für die globale Energieversorgung unverzichtbar sind. Eine Blockade hätte daher nicht nur Auswirkungen auf den Luftverkehr, sondern auf weite Teile der europäischen Wirtschaft.

Für Flugreisende relevant ist zudem eine Einschätzung der Kommission zu möglichen Entschädigungsansprüchen: Störungen durch Kerosinmangel würden wahrscheinlich als außergewöhnliche Umstände im Rahmen der geltenden Entschädigungsregeln für Fluggäste eingestuft. Das bedeutet, dass Airlines in einem solchen Szenario möglicherweise keine Ausgleichszahlungen leisten müssten.

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