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EU verspricht USA Energieimporte in Milliardenhöhe

Unklar bleibt, wer zahlt und wie die gewaltigen Mengen beschafft werden sollen

EU verspricht USA Energieimporte in Milliardenhöhe

Milliardenschwere Energieversprechen der EU-Kommission an die Vereinigten Staaten werfen auch eine Woche nach Bekanntgabe der Grundsatzeinigung im transatlantischen Zollkonflikt zahlreiche Fragen auf. Zwar hat sich Brüssel mit Washington prinzipiell auf einen Deal verständigt, doch konkrete Details zur Umsetzung sind weiterhin offen – insbesondere zur Finanzierung der Zusagen.

Die Europäische Kommission will nach eigenen Angaben bis zum Ende der Amtszeit von US-Präsident Donald Trump US-Energie im Wert von 750 Milliarden Dollar importieren. Dabei geht es um Flüssigerdgas, Öl und Kernbrennstoffe. Diese Importe sollen die Lücke schließen, die nach dem geplanten vollständigen Verzicht auf fossile Energieträger aus Russland entsteht. Doch wer konkret die Rechnung übernehmen soll, bleibt bislang unklar. Finanzminister Lars Klingbeil äußerte im Interview mit dem Deutschlandfunk Zweifel an der Klarheit der Vereinbarungen. Er wisse nicht, ob es sich um staatliche oder private Investitionen handle, viele Details müssten noch geklärt werden.

Die Kommission verweist in diesem Zusammenhang auf die Eigenverantwortung der Unternehmen. Man könne zwar Kontakte zwischen Anbietern und Abnehmern erleichtern, doch die letztliche Kaufentscheidung liege nicht bei der EU, sondern bei den Firmen. Zugleich fordern die Europäer von den USA einen ungehinderten Zugang zum amerikanischen Energiemarkt sowie ausreichende Produktions- und Exportkapazitäten.

Laut Kommission plant die EU künftig Energie im Wert von 250 Milliarden Dollar jährlich aus den USA zu beziehen – aktuell beläuft sich das Volumen auf rund 100 Milliarden. Allein durch den Ersatz russischer Energieimporte wird diese Steigerung jedoch voraussichtlich nicht zu erreichen sein. Selbst wenn der aktuelle Anteil russischen Flüssiggases, der noch bei rund 15 Prozent liegt, vollständig durch US-LNG ersetzt würde, bliebe eine erhebliche Lücke.

Daher setzt Brüssel neben LNG und Öl auch auf den Import von amerikanischer Atomtechnik, um die angekündigte Summe zu erreichen. Die genauen Mengen und die Verteilung auf verschiedene Energieformen seien laut Kommission aber noch nicht abschließend festgelegt. Zudem wurde eine weitere Investitionszusage in Höhe von 600 Milliarden Dollar durch europäische Unternehmen in den USA angekündigt. Dabei handelt es sich jedoch lediglich um Interessenbekundungen – vertraglich bindende Verpflichtungen gibt es bislang nicht. Welche Unternehmen sich beteiligen wollen, ließ die Kommission offen.

Im Jahr 2024 hatte die EU mehr als 100 Milliarden Kubikmeter LNG importiert, fast 45 Prozent davon stammten aus den Vereinigten Staaten. Europa bleibt damit trotz rückläufiger Nachfrage aufgrund hoher Lagerbestände und milder Winter der wichtigste Markt für US-Flüssiggas.

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