EU verbietet Verkauf von Riesen-Fernsehern
Die EU setzt neue Grenzwerte für Energieeffizienz und verbietet 8K-Technologie und extrem große Fernseher

Die Europäische Union hat beschlossen, den Verkauf von riesigen Fernsehern ab dem 1. März zu verbieten, um den Energieverbrauch zu reduzieren. Die neue Richtlinie legt strengere Grenzwerte für den Energieeffizienzindex für HD- und 4K-Geräte fest. Die Geräte mit einer Auflösung von 8K und größer waren bisher von den Richtlinien ausgenommen, jedoch werden für sie nun die niedrigeren Werte für 4K-Geräte gelten. Laut Händlern wie MediaMarktSaturn sollen ab März 2023 alle 8K-Fernseher, größere QD-OLED-Fernseher, microLED-Geräte und einige 4K-LCD-TVs nicht mehr verkauft werden dürfen.
Die EU-Richtlinie hat jedoch keine Auswirkungen auf Fernsehgeräte, die vor dem 1. März 2022 in den Handel gelangt sind. Derzeit sind unter einem Prozent der in Deutschland verkauften Fernseher 8K-Modelle, so der Experte Andreas Peplinski von der GfK. Auch bei den übrigen Modellen dürfte der messbare Effekt der schon länger angekündigten Maßnahme auf dem Markt klein ausfallen. Die meisten Hersteller schaffen es laut ZVEI mit Sparmaßnahmen und kleinen Tricks, unter den Richtwerten zu bleiben. Eine erlaubte Methode ist beispielsweise, die voreingestellte Helligkeit zu senken. Bis zu 65 Prozent der Maximal-Helligkeit darf demnach heruntergeregelt werden.
Bei den neuen Technologien wie 8K und extrem großen Fernsehern stehen die Hersteller jedoch vor größeren Herausforderungen. Weil der Energiehunger der Geräte mit dem Anwachsen des Bildschirms und höheren Auflösungen immer weiter steigt, lassen sich die Richtwerte dort nicht ohne weiteres umsetzen. Weil bei 8K viermal so viele Pixel angesprochen werden müssen wie bei 4K, steigt auch der Strombedarf erheblich an. Gleiches gilt bei extrem großen Modellen. Hier bleibt den Herstellern letztlich nichts übrig, als die Technologie fortan stromsparender umzusetzen.
Das Verbot betrifft derzeit noch eine kleine Nische des TV-Marktes. Im Jahr 2022 waren TV-Geräte mit 55 Zoll weiterhin die mengenmäßig meistverkaufte Größe. Das liegt auch daran, dass die größeren Modelle und auch die in 8K immer noch sehr teuer sind. Die Ausgabebereitschaft der deutschen TV-Käufer liegt weiterhin bei unter 1000 Euro. Der tatsächlich ausgegebene Durchschnittspreis lag im Jahr 2022 bei 699 Euro.
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Zur AktienanalyseDie EU-Richtlinie hat auch Kritik von Umweltschützern hervorgerufen. Sie argumentieren, dass die EU-Richtlinie nicht weit genug geht, um den Klimawandel zu bekämpfen. Sie fordern weitere Maßnahmen, um den Energieverbrauch von elektronischen Geräten zu reduzieren und den Übergang zu erneuerbaren Energien zu beschleunigen.

