EU-Technologiesouveränität, Raspberry Pi und Kakao im Fokus
Marktgeflüster zu Tech, Medien und Telekommunikation: EIB-Chefin Calviño lobt EU-Pläne, Raspberry Pi übertrifft Erwartungen, Kakao droht Streik.

Die Europäische Union setzt ihre Bemühungen um technologische Unabhängigkeit fort. Nadia Calviño, Präsidentin der Europäischen Investitionsbank (EIB), lobte am Freitag auf einem Gipfel in Brüssel die jüngsten Schritte der Staatengemeinschaft. Die EU hatte in dieser Woche Pläne vorgestellt, die heimische Tech-Industrie zu stärken und die Abhängigkeit von ausländischen Unternehmen zu verringern.
„Ich denke, dies spiegelt wider, dass Europa tatsächlich von Prinzipien und Plänen zur Umsetzung, Ausführung und Durchsetzung übergeht", sagte Calviño. Sie betonte, dass es bei wirtschaftlicher Sicherheit darum gehe, die strategische und kritische Infrastruktur der EU zu stärken. Gleichzeitig sollen europäische Unternehmen sowohl im Inland als auch weltweit innovativ und wettbewerbsfähig bleiben.
Raspberry Pi mit starker Dynamik
Der britische Hersteller preisgünstiger Computer Raspberry Pi Holdings überrascht Analysten positiv. Das Unternehmen gab bekannt, für das erste Halbjahr ein bereinigtes EBITDA von mindestens 38 Millionen US-Dollar zu erwarten. Laut Janardan Menon von Jefferies ist das Unternehmen damit auf Kurs, die Ganzjahresprognose von 43,7 Millionen US-Dollar deutlich zu übertreffen.
Als Treiber der starken Rentabilität nennt Menon höhere durchschnittliche Verkaufspreise, eine robuste Nachfrage sowie die Nutzung kostengünstigerer DRAM-Lagerbestände. Die Aktie reagierte mit einem kräftigen Kursanstieg von 17,5 Prozent auf 9,68 Pfund. Jefferies sieht die starke Umsatz- und Gewinn-Dynamik auch für das Jahr 2027 als intakt an.
Kakao droht Streikrisiko
Beim südkoreanischen Mobilfunk- und Internetkonzern Kakao zeichnen sich mögliche Arbeitsunruhen ab. Die Gewerkschaft hatte für Mittwoch einen vierstündigen Streik angekündigt, den das Unternehmen ohne Dienstunterbrechungen zu überstehen erwartet. Analysten von Daiwa Capital warnen jedoch, dass ein länger andauernder Ausstand die langfristige Wachstumsstrategie des Konzerns gefährden könnte.
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Zur AktienanalyseBesonders betroffen wäre demnach der Bereich der agentenbasierten KI sowie Mobilfunkdienste auf Basis von Messaging-Apps. Kakao hat Partnerschaften mit OpenAI und Google geschlossen, um die Einführung solcher KI-Dienste zu beschleunigen. Thomas Y. Kwon und Joon Lee von Daiwa Capital zeigen sich dennoch besorgt, dass die Einführung dieser Dienste für Handel, Zahlungsverkehr und andere Plattformgeschäfte der nächsten Generation langsamer als erwartet verlaufen könnte.
Die drei Meldungen verdeutlichen die aktuellen Schwerpunkte im globalen Tech-Sektor: Europas Streben nach digitaler Unabhängigkeit, die anhaltend starke Nachfrage nach erschwinglicher Computerhardware sowie die wachsende Bedeutung von KI-Diensten – und die damit verbundenen operativen Risiken für Unternehmen, die auf diese Technologien setzen.


