EU startet Roadshow für 12-Milliarden-Euro-Investitionspaket in Südafrika
Mit Veranstaltungen in Johannesburg, Kapstadt und Durban will die EU ihre Milliarden-Zusage für Südafrika in konkrete Projekte verwandeln.

Die Europäische Union setzt ihre im Oktober angekündigte Investitionszusage von 12 Milliarden Euro für Südafrika in die Tat um. In dieser Woche finden Investitions-Roadshows in Johannesburg, Kapstadt und Durban statt, um die hochkarätige Finanzierungszusage in konkrete Projekte zu überführen. Die Veranstaltungen bringen Entwicklungsfinanzierungsinstitute, Investoren sowie europäische und südafrikanische Unternehmen zusammen.
Den Auftakt machten am 1. und 2. Juni Veranstaltungen an der Johannesburg Stock Exchange (JSE). Südafrikas Minister für Handel, Industrie und Wettbewerb, Parks Tau, sowie EU-Botschafterin Sandra Kramer zeigten sich dabei optimistisch, dass die Roadshow konkrete Partnerschaften und Projekte hervorbringen werde. Insgesamt nehmen 200 Unternehmen und zehn Finanzinstitute an den Veranstaltungen teil. Weitere Roadshows waren für den 3. und 4. Juni in Kapstadt sowie für den 5. Juni in Durban geplant.
Partnerschaft für sauberen Handel als Grundlage
Grundlage der Initiative ist die im November vergangenen Jahres unterzeichnete Partnerschaft für sauberen Handel und Investitionen (Clean Trade and Investment Partnership, CTIP) zwischen der EU und Südafrika. Ergänzend dazu wurde eine Absichtserklärung über nachhaltige Wertschöpfungsketten für Mineralien und Metalle vereinbart. Die CTIP ist eng mit der Global-Gateway-Strategie der EU verknüpft, die Investitionen in Infrastruktur und ausgewählte Industriezweige in Entwicklungsregionen mobilisieren soll.
Die CTIP konzentriert sich auf folgende Schwerpunktbereiche:
- Erneuerbare Energien und kohlenstoffarme Technologien
- Stromübertragungsinfrastruktur
- Saubere Kraftstoffe einschließlich nachhaltiger Transportkraftstoffe
- Rohstoffe und mineralische Wertschöpfungsketten
- Technologien zur Klimaminderung und -anpassung
Darüber hinaus unterstützt die EU im Rahmen von Global Gateway den Ausbau der digitalen Infrastruktur sowie den Aufbau einer südafrikanischen Wertschöpfungskette für Pharmazeutika.
Südafrika will Rohstoffe veredeln, nicht nur exportieren
Minister Tau betonte, dass die CTIP aus der gemeinsamen Erkenntnis entstanden sei, dass Handel allein nicht ausreiche. „Das Global-Gateway-Investitionspaket bietet uns den Kapitalrahmen. Diese Roadshow liefert uns die Projekt-Pipeline", erklärte er. Tau hob dabei Südafrikas reiche Vorkommen an Platingruppenmetallen, Mangan, Vanadium und anderen strategischen Mineralien hervor.
Besonders deutlich machte der Minister die industriepolitischen Ambitionen seines Landes: „Unser Ziel ist nicht der Export von Rohstoffen. Unser Ziel sind Veredelung, Verarbeitung und industrielle Entwicklung auf südafrikanischem Boden." Südafrika und Europa hätten gemeinsam die Chance, neue Industriezweige zu entwickeln, die durch Dekarbonisierungsziele gestützt werden, und die Wertschöpfungsketten im Bereich kritischer Mineralien zu stärken.
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Zur AktienanalyseEU-Botschafterin Kramer unterstrich den praxisorientierten Charakter der Veranstaltungen. „Es ist nicht nur ein Debattierclub", betonte sie. Vielmehr gehe es darum, Investoren zu Unternehmen im ganzen Land zu bringen und aufzuzeigen, wie die Investitionsinstrumente der EU konkret zu Projekten mit Skalierbarkeit und Wirkung führen könnten. Die spezifischen Investitionsobjekte wurden zwar nicht öffentlich benannt, jedoch wurden bei allen drei Veranstaltungen geschlossene Sitzungen anberaumt, um deren Präsentation zu ermöglichen.
Einbettung in breiteren EU-Südafrika-Dialog
Die Roadshows schließen an den ersten Energie-Dialog und das Business-Forum zwischen der EU und Südafrika an, die im Mai in Brüssel stattgefunden haben. Anfang Juli sollen die ersten zwischenstaatlichen Gespräche über die CTIP folgen. Das Gesamtpaket der EU für Südafrika umfasst neben dem 12-Milliarden-Euro-Investitionsrahmen auch eine Unterstützung von 8,7 Milliarden Euro für die gerechte Energiewende (Just Energy Transition) des Landes – ein Programm, das Südafrika beim Ausstieg aus der Kohleverstromung und beim Aufbau erneuerbarer Energiekapazitäten begleiten soll.

