ANZEIGE

EU-Solidarität bröckelt: Länder stellen Plan zur Senkung des Gasverbrauchs in Frage

Spanien und Portugal wehren sich gegen den Vorschlag, den Verbrauch vor der winterlichen Versorgungskrise um 15 % zu senken

•• 3 Min
EU-Solidarität bröckelt: Länder stellen Plan zur Senkung des Gasverbrauchs in Frage

Ein Vorschlag für die europäischen Länder, den Gasverbrauch im Vorfeld einer möglichen winterlichen Versorgungskrise zu senken, hat zu Streit zwischen den EU-Hauptstädten und zu Zweifeln an seiner Annahme bei einem Treffen der Energieminister nächste Woche geführt.

Der Plan der Europäischen Kommission "Sparen Sie Gas für einen sicheren Winter", der am Mittwoch allen Mitgliedstaaten empfahl, den Gasverbrauch zwischen August und März um 15 Prozent gegenüber dem Durchschnitt der letzten fünf Jahre zu senken, stieß auf den offenen Widerstand Portugals und Spaniens sowie auf ernsthafte Bedenken mehrerer anderer EU-Länder.

"Wir können nicht von einem unverhältnismäßigen Opfer ausgehen, zu dem wir nicht einmal um eine vorherige Stellungnahme gebeten wurden", sagte der portugiesische Energieminister João Galamba. Die spanische Energieministerin Teresa Ribera fügte eine versteckte Anspielung auf Deutschland hinzu, das mehr als die Hälfte seines Gasverbrauchs von russischen Lieferungen abhängig ist: "Im Gegensatz zu anderen Ländern haben wir Spanier nicht über unsere Verhältnisse gelebt, was die Energie betrifft."

Der deutsche Energieminister Robert Habeck entgegnete am Donnerstag: "Es gilt der Grundsatz: Wir in Europa müssen Gas sparen und das bedeutet, dass auch die Länder, die nicht direkt von der Kürzung der Gaslieferungen aus Russland betroffen sind, anderen Ländern helfen sollten. Sonst gibt es keine europäische Solidarität."

Brüssel steht unter dem Druck, Wege zu finden, um schwerwiegenden wirtschaftlichen Schocks in der gesamten Union entgegenzuwirken, sollte Moskau die Energieversorgung weiter unter Beschuss nehmen. Angesichts des nahenden Winters ist die Aufforderung an die Mitgliedstaaten, den Gasverbrauch um 15 Prozent zu senken, ein erster Test für die Geschlossenheit der EU angesichts des russischen Krieges gegen die Ukraine.

Ungarn hat letzte Woche den Energienotstand ausgerufen und den Export in andere EU-Staaten verboten. Das Századvég-Institut, ein Think-Tank mit Verbindungen zur regierenden Fidesz-Partei in Budapest, erklärte am Donnerstag, der jüngste Vorschlag aus Brüssel verstoße gegen grundlegende EU-Rechte. Am selben Tag traf der ungarische Außenminister Peter Szijjártó seinen russischen Amtskollegen Sergej Lawrow in Moskau, um zusätzliche Gaslieferungen zu erbitten.

"Die Europäische Kommission, die Ungarn mit unbegründeten Vorwürfen der Rechtsstaatlichkeit angreift, hat einen Plan vorgelegt, der das EU-Recht missachtet und die Grundrechte sowie die individuelle und nationale Souveränität verletzt", hieß es.

Paris, das nur zu einem kleinen Teil von russischem Gas abhängig ist, hat sich nicht öffentlich gegen den Plan ausgesprochen, obwohl Energieministerin Agnès Pannier-Runacher am Mittwoch sagte, "wir müssen unsere Maßnahmen vorwegnehmen und koordinieren, bevor wir Ziele festlegen, die für alle gleich sind".

Die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, bestand darauf, dass die Mitgliedsstaaten Solidarität zeigen müssen: "Ich weiß, dass dies schwierige Zeiten sind, aber ... schwierige Zeiten erfordern, dass wir auf europäischer Ebene gut organisiert und gut koordiniert sind."

Von der Kommission erstellte Szenarien deuten darauf hin, dass das BIP der EU im Falle eines strengen Winters und schwerwiegender Unterbrechungen der Gasversorgung um bis zu 1,5 Prozent sinken könnte.

"Die Solidarität steht hier auf dem Spiel, weil die Mitgliedstaaten bereits gesagt haben, dass sie mit den Zielen nicht einverstanden sind", sagte Phuc-Vinh Nguyen, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Jacques Delors Energy Center. "Es wird wirtschaftliche Kosten geben, und wenn alle Mitgliedsstaaten auf eigene Faust handeln, wird das mehr kosten als eine Gesamtlösung. Wenn zum Beispiel die deutsche Industrie zusammenbricht, wird die gesamte EU-Wirtschaft zusammenbrechen."

Der Vorschlag sieht derzeit eine freiwillige Gasreduzierung vor, aber die Kommission sagte, dass sie verpflichtend gemacht werden könnte, wenn ein "erhebliches Risiko" einer "signifikanten Verschlechterung" der Gasversorgung besteht, nannte aber keine konkreten Zahlen, um den erforderlichen Schwellenwert zu bestimmen.

Nach den EU-Vorschriften muss der Vorschlag auf einer Dringlichkeitssitzung der Energieminister nächste Woche entweder von 55 Prozent der EU-Länder oder von Regierungen, die 65 Prozent der EU-Bevölkerung repräsentieren, gebilligt werden.

Diplomaten in Brüssel bezweifeln jedoch, dass der Vorschlag angenommen wird: "Überall wird die Frage aufgeworfen, auf welcher Rechtsgrundlage [die Kommission] die Dringlichkeitsphase auslösen kann", sagte einer.

GaspreiseEuropäische Union

Meistgelesene News

  1. Galeria-Insolvenz: Schicksal von 12.000 Jobs hängt an BA-Entscheidung
  2. Gaming und Wetten: Krypto-Klage, GTA 6 und Aktivisten-Investor im Fokus
  3. SpaceX-Aktie: Könnte eine Investition von 5.000 Dollar Millionär machen?
  4. Take-Two-Aktie vor GTA-6-Release: Chance oder Risikofalle?
  5. Rheinmetall-Aktie legt 3 Prozent zu – Morgan Stanley beflügelt Rüstungssektor

Disclaimer


Wichtiger Hinweis auf bestehende Interessenkonflikte:

Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass im Rahmen dieser Publikation Interessenkonflikte bestehen:

1. Die Stock Market Media Ltd. und ihr nahestehende Personen besitzen Aktien der hier empfohlenen Gesellschaften und beabsichtigen, diese im Rahmen und zu jedem Zeitpunkt dieser Empfehlung zu verkaufen. Hierin besteht ein eindeutiger und konkreter Interessenkonflikt.

2. Der Herausgeber dieser Publikation, sowie die verantwortlichen Redakteure erhalten für die Erstellung eine finanzielle Vergütung. Auch hierin besteht ein eindeutiger und konkreter Interessenkonflikt.

3. Beachten Sie auch die weitergehenden Ausführungen zu bestehenden Interessenkonflikten im nachfolgenden Disclaimer, u.a. unter Ziff. 2.

Wichtige Informationen und Pflichtmitteilungen gemäß Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) sowie gemäß Finanzanlageverordnung (FinAnV).

Stock Market Media Ltd. hat ihre Tätigkeit als Ersteller von Anlagestrategieempfehlungen im Sinne des Artikels 3 Absatz 1 Nummer 34 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 oder von Anlageempfehlungen im Sinne des Artikels 3 Absatz 1 Nummer 35 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014, (bisher „Finanzanalysen“) der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht („BaFin“) gemäß WpHG angezeigt. Die Pflichten der Stock Market Media Ltd. regeln sich primär nach den §§ 85, 86 WpHG, der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 und der Delegierten Verordnung (EU) 2016/958.

Angaben über den/die Ersteller dieser Publikation:
Verantwortlich für die Erstellung der Texte und Inhalte dieser Publikation ist Herr Roberto Gonçalves de Albuquerque, als Analyst und Chefredakteur. Herausgeber ist die Stock Market Media Ltd., 405 Kings Road, Flat 600, London; SW10 0BB, Vereinigtes Königreich, vertreten durch den Director Roberto Gonçalves de Albuquerque.

Wichtige Hinweise zur Erstellung dieser Veröffentlichung:
Diese Veröffentlichung enthält sowohl Tatsachen und Fakten zu den besprochenen Unternehmen, als auch rein subjektive Werturteile, Interpretationen, Schätzungen, Hochrechnungen, Vorhersagen und Preisziele. Diese versuchen wir, möglichst transparent voneinander abzugrenzen, um irreführende Angaben zu vermeiden. Recherche, Aufbereitung und Formulierung erfolgen dabei unter Einsatz gängiger digitaler und KI-gestützter Hilfsmittel; die inhaltliche Prüfung und die redaktionelle Verantwortung liegen bei uns. Die wesentlichen Grundlagen und Maßstäbe unserer Werturteile und Bewertungen, der besprochenen Aktien, basieren auf folgender Vorgehensweise:

Beurteilung und Bewertung von Unternehmen nach herkömmlichen Bewertungsmethoden (grundlegender Bewertungsansatz)

  • Einschätzung des Potentials der zukünftigen Unternehmensentwicklung (Wachstumsansatz) und Hochrechnung auf das entsprechende Bewertungspotential (Kurs-Potential-Analyse) sowie einer möglichen Unternehmens-Aktien-Bewertung aufgrund potentieller Gewinnerwartungen (KGV Hochrechnung)
  • Einschätzung des von uns erwarteten Best-Case-Szenarios im absoluten Erfolgsfall des Unternehmens (Blue-Sky-Potential-Ansatz)
  • Effekt der von uns erwarteten, gesteigerten Bekanntheit der empfohlenen Aktie auf den Aktienkurs durch einen starken Anstieg der Nachfrage am Markt (insbesondere maßgeblich bei marktengen oder neu bzw. erstmals empfohlenen Aktien) aufgrund der von uns oder Dritten veröffentlichten Publikationen (meistens Kaufempfehlungen), (Multiplikator- / Momentum-Effekt, Hype), dadurch überproportional steigende Rendite/Aktienkurs bei entsprechend steigendem Risiko
  • Technische Analyse des Aktienkurses gemäß gängiger Analyse-Methoden, meist zur Voraussage von Kurs-Signalen (Kauf- oder Verkaufssignal, Ausbruch der Aktie, Festlegung von Kurszielen, Unterstützungs- oder Widerstandsbereichen, erwarteten Mindestbewegungen oder Mindest-Gegenbewegungen, Voraussage von Signalpunkten (wenn-dann), etc.), größtenteils auf der erwarteten Massenpsychologie aufbauend. (technischer Ansatz).

Herkömmliche Bewertungsansätze sind bei jungen oder noch umsatzlosen Unternehmen oft schlecht sinnvoll anwendbar. Daher stützen wir uns bei der Bewertung von solchen Unternehmen tendenziell auf die von uns errechnete Potential-Analyse, sowie die Einschätzung der Nachfrage nach solchen Aktien am Kapitalmarkt. Letztendlich entscheidet der Markt über den Aktienkurs eines Unternehmens. Entsteht durch umfangreiche Empfehlungen einer Aktie, eine exzessive Nachfrage nach dieser, ist es möglich, dass der Aktienkurs bei einem hohen Handelsvolumen überdurchschnittlich steigt. Dies führt zwar zu extremen Gewinnmöglichkeit, erhöht jedoch entsprechend das Risiko einer Blasenbildung mit entsprechendem Kursrückgang. Durch die gesteigerte Volatilität der Aktie in solchen Situationen ergeben sich überdurchschnittliche Gewinn- und Verlustmöglichkeiten, sowohl in beide Handelsrichtungen als auch bei wiederkehrenden Gegenbewegungen. Auch solche Marktentwicklungen sind ein wichtiger Teil unserer Handelsempfehlungen und Bewertungsansätze.

Diese Publikation befasst sich ausschließlich mit überdurchschnittlich volatilen Werten mit hohem Gewinn- und auch Verlustpotential.

Hinweis zu Informationsquellen:
Die Zuverlässigkeit von Informationsquellen wird von uns vor deren Verwendung ausführlich geprüft und von uns entsprechend ihrer Glaubwürdigkeit und Bedeutung subjektiv bewertet. Dabei entscheiden wir nach eigenen Maßstäben, welche Quellen wir für relevant, zu konservativ oder zu optimistisch halten. Letztendlich legen wir unsere Empfehlungen aufgrund unserer persönlichen Einschätzungen fest. Bei der Informationsbeschaffung greifen wir auf zahlreiche öffentlich zugängliche Quellen zurück wie z.B. Pressemitteilungen, Ad-Hoc-Mitteilungen, Unternehmensmeldungen, Firmenpräsentationen, Publikationen und Artikeln zum besprochenen Unternehmen, gängige Finanzmedien im In- und Ausland sowie auf Unternehmens- oder Branchen-Analysen Dritter.

In unseren Publikationen werden ausschließlich öffentlich verfügbare Informationen und Quellen, sowie vom Unternehmen selbst verbreitete Informationen verwendet.

Hinweis zu bestehenden Interessenkonflikten:
Wir weisen hiermit darauf hin, dass Gesellschafter, Redakteure, Mitarbeiter sowie Personen bzw. Unternehmen die an der Erstellung dieser Veröffentlichung beteiligt sind, sowie Auftraggeber (Dritte) der Publikation von Stock Market Media Ltd. zum Zeitpunkt dieser Veröffentlichung direkt oder indirekt Anteile an Wertpapieren, welche im Rahmen der jeweiligen Publikation besprochen werden, halten. und daher an einer Kurs- und/oder Umsatzsteigerung, d.h. auch einer erhöhten Handelsliquidität interessiert sind, da die Absicht besteht, in unmittelbarem Zusammenhang mit dieser Veröffentlichung diese Wertpapiere zu verkaufen und an steigenden Kursen und Umsätzen zu partizipieren. Ein Kurszuwachs der Aktien der vorgestellten Unternehmen kann zu einem Vermögenszuwachs bei diesen Personen führen. Durch die Besprechung des Unternehmens können jedenfalls der Aktienkurs des Unternehmens erheblich beeinflusst werden. Insbesondere wird auch durch Wertpapiertransaktionen der Aktienkurs der besprochenen Unternehmen maßgeblich beeinflusst. Dies gilt insbesondere, wenn es sich um Unternehmen handelt deren Aktien keine breite Marktkapitalisierung haben und bei denen nur ein enger Markt besteht. Hier können auch nur geringe Auftragsvolumen erhebliche Auswirkungen auf die Kurse haben. Sie sind aber auch daran interessiert, dass der Kurs des besprochenen Unternehmens sinkt, wenn sie deren Aktien günstiger erwerben wollen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Stock Market Media Ltd. und seine Mitarbeiter werden zudem für die Vorbereitung, elektronische Verbreitung und Veröffentlichung dieser Publikation sowie für andere Dienstleitungen entgeltlich entlohnt. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Diese Vergütung kann durch das Unternehmen über das die Stock Market Media Ltd. Informationen veröffentlicht, durch mit diesen Unternehmen verbundene Dritte oder sonstige Dritte, die ein Interesse in Bezug auf die im Zusammenhang mit dieser Veröffentlichung besprochenen Unternehmen verfolgen, erfolgen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen. Dieser wird zunächst dadurch begründet, dass die Stock Market Media Ltd. im Interesse ihres Auftraggebers ihre Ausführungen vornehmen könnte. Die Stock Market Media Ltd. und/oder mit ihr verbundene Unternehmen haben mit der gegenständlichen Gesellschaft bzw. mit deren Aktionären eine kostenpflichtige Vereinbarung zur Erstellung der redaktionellen Besprechung getroffen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Hinweis zur Handhabe der internen Organisationspflichten:
Aufgrund der geringen Unternehmensgröße des Herausgebers, ist eine interne Kontrolle der Compliance Prozesse der an dieser Publikation mitwirkenden Mitarbeiter und sonstigen Beteiligten überschaubar.

Verantwortliche Aufsichtsbehörde:
Die Stock Market Media Ltd. hat ihre Tätigkeit gemäß § 86 WpHG bei der BaFin angezeigt.