ANZEIGE

EU-Sanktionen gegen russisches Öl und LNG drohen zu scheitern

Ein Streit zwischen Griechenland und der EU-Kommission über russisches LNG blockiert wichtige neue Sanktionen gegen Moskau.

•• 3 Min
EU-Sanktionen gegen russisches Öl und LNG drohen zu scheitern

Die Europäische Union steht vor einem milliardenschweren Dilemma: Entweder hält sie an ihrem Verbot des Transports von russischem Flüssigerdgas (LNG) fest – oder sie sichert einen niedrigeren Ölpreisdeckel für russisches Rohöl. Beides gleichzeitig scheint derzeit politisch kaum durchsetzbar. EU-Botschafter treffen sich heute zu einem erneuten Kompromissversuch, nachdem die Verhandlungen in der vergangenen Woche gescheitert sind.

Der Kern des Problems liegt in einem Sanktionspaket, das die EU-Mitgliedstaaten im Oktober vergangenen Jahres einstimmig beschlossen hatten. Es enthält ein Verbot des „direkten oder indirekten Kaufs, Imports oder Transfers" von russischem LNG, das bis Ende 2026 gelten soll. Im November präzisierte die Europäische Kommission in einem Dokument, dass dieses Verbot auch für Transfers in Drittländer gilt – unabhängig davon, ob die Waren für die EU bestimmt sind oder nicht.

Griechische Reederei im Zentrum des Konflikts

Betroffen von dieser Auslegung ist praktisch nur ein einziges Unternehmen: die griechische Reederei Dynagas. Das Unternehmen hat seit Anfang 2025 mehr als 10 Millionen Tonnen russisches LNG transportiert und verfügt über langfristige Verträge zur Belieferung von Drittländern. Athen bestreitet die Rechtsauslegung der Kommission vehement und argumentiert, dass die Frage der Anwendung auf Drittlandtransfers während der ursprünglichen Verhandlungen nie erörtert worden sei.

Griechenland fordert daher eine Änderung des neuen Sanktionspakets: Alle Verträge, die vor Russlands Invasion in der Ukraine im Februar 2022 unterzeichnet wurden, sollen vom LNG-Verbot ausgenommen werden. So könnte Dynagas den Brennstoff weiterhin in Drittländer liefern. Diese Forderung blockiert jedoch einen anderen wichtigen Teil des Pakets.

Ölpreisdeckel als Druckmittel

Das neue Sanktionspaket sieht nämlich auch vor, den sogenannten Ölpreisdeckel bei 44 US-Dollar pro Barrel einzufrieren. Dieser Deckel legt fest, unter welchem Preis Händler legal russisches Rohöl verschiffen dürfen. Ohne die geplante Maßnahme würde der Deckel automatisch auf rund 58 US-Dollar pro Barrel steigen – ein Unterschied von 14 US-Dollar, der Moskau erhebliche Mehreinnahmen bescheren würde.

Weil die Verhandlungen in der vergangenen Woche scheiterten, musste eine einwöchige Notfalleinfrierung des Deckels beschlossen werden, die morgen ausläuft. Die EU-Botschafter stehen damit unter erheblichem Zeitdruck. Ein Kommissionssprecher erklärte gegenüber der Financial Times, dass das Dokument vom November „keine neue Auslegung einführt. Es spiegelt einen langjährigen Grundsatz wider." Weiter hieß es: „Wenn der Gesetzgeber beabsichtigt, bestimmte Transfers in Drittländer zuzulassen, tut er dies ausdrücklich."

Kommissionsbeamte warnen zudem vor einem Präzedenzfall: Würde die Kommission ihren bisherigen Standpunkt unter Druck aufgeben, könnte dies eine Welle von Forderungen anderer Mitgliedstaaten nach Anpassung weiterer Sanktionsleitlinien auslösen. Die Integrität des gesamten Sanktionsregimes stünde damit auf dem Spiel.

Einstimmigkeit als strukturelles Problem

Der Konflikt verdeutlicht ein grundlegendes Problem der EU-Sanktionspolitik: Alle 27 Mitgliedstaaten müssen Sanktionen einstimmig beschließen. Das gibt einzelnen Ländern erheblichen Einfluss, um nationale Wirtschaftsinteressen durchzusetzen – selbst wenn dies auf Kosten der gemeinsamen Außenpolitik geht. Seit Russlands umfassender Invasion in der Ukraine im Februar 2022 hat die EU wirtschaftliche Beschränkungen eingesetzt, um die Finanzierung der russischen Kriegsmaschinerie zu drosseln. Doch je länger der Krieg dauert, desto stärker treten nationale Interessen einzelner Mitgliedstaaten in den Vordergrund.

Die heutigen Gespräche der EU-Botschafter gelten als entscheidend. Scheitern sie erneut, droht der EU entweder ein faktisches Eingeständnis, dass das LNG-Transferverbot nicht durchsetzbar ist – oder ein ungewolltes Geschenk an den Kreml in Form eines höheren Ölpreisdeckels.

Eu Sanktionen RusslandRussisches LngÖlpreisdeckelDynagasRussland SanktionenEu EnergiepolitikRussisches Öl

Meistgelesene News

  1. Galeria-Insolvenz: Schicksal von 12.000 Jobs hängt an BA-Entscheidung
  2. Börsenkorrektur kommt unweigerlich: So bereiten sich Anleger richtig vor
  3. Gaming und Wetten: Krypto-Klage, GTA 6 und Aktivisten-Investor im Fokus
  4. Pieper sieht veränderte Marktstruktur als Treiber heftiger Kursausschläge
  5. Take-Two-Aktie vor GTA-6-Release: Chance oder Risikofalle?

Disclaimer


Wichtiger Hinweis auf bestehende Interessenkonflikte:

Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass im Rahmen dieser Publikation Interessenkonflikte bestehen:

1. Die Stock Market Media Ltd. und ihr nahestehende Personen besitzen Aktien der hier empfohlenen Gesellschaften und beabsichtigen, diese im Rahmen und zu jedem Zeitpunkt dieser Empfehlung zu verkaufen. Hierin besteht ein eindeutiger und konkreter Interessenkonflikt.

2. Der Herausgeber dieser Publikation, sowie die verantwortlichen Redakteure erhalten für die Erstellung eine finanzielle Vergütung. Auch hierin besteht ein eindeutiger und konkreter Interessenkonflikt.

3. Beachten Sie auch die weitergehenden Ausführungen zu bestehenden Interessenkonflikten im nachfolgenden Disclaimer, u.a. unter Ziff. 2.

Wichtige Informationen und Pflichtmitteilungen gemäß Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) sowie gemäß Finanzanlageverordnung (FinAnV).

Stock Market Media Ltd. hat ihre Tätigkeit als Ersteller von Anlagestrategieempfehlungen im Sinne des Artikels 3 Absatz 1 Nummer 34 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 oder von Anlageempfehlungen im Sinne des Artikels 3 Absatz 1 Nummer 35 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014, (bisher „Finanzanalysen“) der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht („BaFin“) gemäß WpHG angezeigt. Die Pflichten der Stock Market Media Ltd. regeln sich primär nach den §§ 85, 86 WpHG, der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 und der Delegierten Verordnung (EU) 2016/958.

Angaben über den/die Ersteller dieser Publikation:
Verantwortlich für die Erstellung der Texte und Inhalte dieser Publikation ist Herr Roberto Gonçalves de Albuquerque, als Analyst und Chefredakteur. Herausgeber ist die Stock Market Media Ltd., 405 Kings Road, Flat 600, London; SW10 0BB, Vereinigtes Königreich, vertreten durch den Director Roberto Gonçalves de Albuquerque.

Wichtige Hinweise zur Erstellung dieser Veröffentlichung:
Diese Veröffentlichung enthält sowohl Tatsachen und Fakten zu den besprochenen Unternehmen, als auch rein subjektive Werturteile, Interpretationen, Schätzungen, Hochrechnungen, Vorhersagen und Preisziele. Diese versuchen wir, möglichst transparent voneinander abzugrenzen, um irreführende Angaben zu vermeiden. Recherche, Aufbereitung und Formulierung erfolgen dabei unter Einsatz gängiger digitaler und KI-gestützter Hilfsmittel; die inhaltliche Prüfung und die redaktionelle Verantwortung liegen bei uns. Die wesentlichen Grundlagen und Maßstäbe unserer Werturteile und Bewertungen, der besprochenen Aktien, basieren auf folgender Vorgehensweise:

Beurteilung und Bewertung von Unternehmen nach herkömmlichen Bewertungsmethoden (grundlegender Bewertungsansatz)

  • Einschätzung des Potentials der zukünftigen Unternehmensentwicklung (Wachstumsansatz) und Hochrechnung auf das entsprechende Bewertungspotential (Kurs-Potential-Analyse) sowie einer möglichen Unternehmens-Aktien-Bewertung aufgrund potentieller Gewinnerwartungen (KGV Hochrechnung)
  • Einschätzung des von uns erwarteten Best-Case-Szenarios im absoluten Erfolgsfall des Unternehmens (Blue-Sky-Potential-Ansatz)
  • Effekt der von uns erwarteten, gesteigerten Bekanntheit der empfohlenen Aktie auf den Aktienkurs durch einen starken Anstieg der Nachfrage am Markt (insbesondere maßgeblich bei marktengen oder neu bzw. erstmals empfohlenen Aktien) aufgrund der von uns oder Dritten veröffentlichten Publikationen (meistens Kaufempfehlungen), (Multiplikator- / Momentum-Effekt, Hype), dadurch überproportional steigende Rendite/Aktienkurs bei entsprechend steigendem Risiko
  • Technische Analyse des Aktienkurses gemäß gängiger Analyse-Methoden, meist zur Voraussage von Kurs-Signalen (Kauf- oder Verkaufssignal, Ausbruch der Aktie, Festlegung von Kurszielen, Unterstützungs- oder Widerstandsbereichen, erwarteten Mindestbewegungen oder Mindest-Gegenbewegungen, Voraussage von Signalpunkten (wenn-dann), etc.), größtenteils auf der erwarteten Massenpsychologie aufbauend. (technischer Ansatz).

Herkömmliche Bewertungsansätze sind bei jungen oder noch umsatzlosen Unternehmen oft schlecht sinnvoll anwendbar. Daher stützen wir uns bei der Bewertung von solchen Unternehmen tendenziell auf die von uns errechnete Potential-Analyse, sowie die Einschätzung der Nachfrage nach solchen Aktien am Kapitalmarkt. Letztendlich entscheidet der Markt über den Aktienkurs eines Unternehmens. Entsteht durch umfangreiche Empfehlungen einer Aktie, eine exzessive Nachfrage nach dieser, ist es möglich, dass der Aktienkurs bei einem hohen Handelsvolumen überdurchschnittlich steigt. Dies führt zwar zu extremen Gewinnmöglichkeit, erhöht jedoch entsprechend das Risiko einer Blasenbildung mit entsprechendem Kursrückgang. Durch die gesteigerte Volatilität der Aktie in solchen Situationen ergeben sich überdurchschnittliche Gewinn- und Verlustmöglichkeiten, sowohl in beide Handelsrichtungen als auch bei wiederkehrenden Gegenbewegungen. Auch solche Marktentwicklungen sind ein wichtiger Teil unserer Handelsempfehlungen und Bewertungsansätze.

Diese Publikation befasst sich ausschließlich mit überdurchschnittlich volatilen Werten mit hohem Gewinn- und auch Verlustpotential.

Hinweis zu Informationsquellen:
Die Zuverlässigkeit von Informationsquellen wird von uns vor deren Verwendung ausführlich geprüft und von uns entsprechend ihrer Glaubwürdigkeit und Bedeutung subjektiv bewertet. Dabei entscheiden wir nach eigenen Maßstäben, welche Quellen wir für relevant, zu konservativ oder zu optimistisch halten. Letztendlich legen wir unsere Empfehlungen aufgrund unserer persönlichen Einschätzungen fest. Bei der Informationsbeschaffung greifen wir auf zahlreiche öffentlich zugängliche Quellen zurück wie z.B. Pressemitteilungen, Ad-Hoc-Mitteilungen, Unternehmensmeldungen, Firmenpräsentationen, Publikationen und Artikeln zum besprochenen Unternehmen, gängige Finanzmedien im In- und Ausland sowie auf Unternehmens- oder Branchen-Analysen Dritter.

In unseren Publikationen werden ausschließlich öffentlich verfügbare Informationen und Quellen, sowie vom Unternehmen selbst verbreitete Informationen verwendet.

Hinweis zu bestehenden Interessenkonflikten:
Wir weisen hiermit darauf hin, dass Gesellschafter, Redakteure, Mitarbeiter sowie Personen bzw. Unternehmen die an der Erstellung dieser Veröffentlichung beteiligt sind, sowie Auftraggeber (Dritte) der Publikation von Stock Market Media Ltd. zum Zeitpunkt dieser Veröffentlichung direkt oder indirekt Anteile an Wertpapieren, welche im Rahmen der jeweiligen Publikation besprochen werden, halten. und daher an einer Kurs- und/oder Umsatzsteigerung, d.h. auch einer erhöhten Handelsliquidität interessiert sind, da die Absicht besteht, in unmittelbarem Zusammenhang mit dieser Veröffentlichung diese Wertpapiere zu verkaufen und an steigenden Kursen und Umsätzen zu partizipieren. Ein Kurszuwachs der Aktien der vorgestellten Unternehmen kann zu einem Vermögenszuwachs bei diesen Personen führen. Durch die Besprechung des Unternehmens können jedenfalls der Aktienkurs des Unternehmens erheblich beeinflusst werden. Insbesondere wird auch durch Wertpapiertransaktionen der Aktienkurs der besprochenen Unternehmen maßgeblich beeinflusst. Dies gilt insbesondere, wenn es sich um Unternehmen handelt deren Aktien keine breite Marktkapitalisierung haben und bei denen nur ein enger Markt besteht. Hier können auch nur geringe Auftragsvolumen erhebliche Auswirkungen auf die Kurse haben. Sie sind aber auch daran interessiert, dass der Kurs des besprochenen Unternehmens sinkt, wenn sie deren Aktien günstiger erwerben wollen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Stock Market Media Ltd. und seine Mitarbeiter werden zudem für die Vorbereitung, elektronische Verbreitung und Veröffentlichung dieser Publikation sowie für andere Dienstleitungen entgeltlich entlohnt. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Diese Vergütung kann durch das Unternehmen über das die Stock Market Media Ltd. Informationen veröffentlicht, durch mit diesen Unternehmen verbundene Dritte oder sonstige Dritte, die ein Interesse in Bezug auf die im Zusammenhang mit dieser Veröffentlichung besprochenen Unternehmen verfolgen, erfolgen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen. Dieser wird zunächst dadurch begründet, dass die Stock Market Media Ltd. im Interesse ihres Auftraggebers ihre Ausführungen vornehmen könnte. Die Stock Market Media Ltd. und/oder mit ihr verbundene Unternehmen haben mit der gegenständlichen Gesellschaft bzw. mit deren Aktionären eine kostenpflichtige Vereinbarung zur Erstellung der redaktionellen Besprechung getroffen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Hinweis zur Handhabe der internen Organisationspflichten:
Aufgrund der geringen Unternehmensgröße des Herausgebers, ist eine interne Kontrolle der Compliance Prozesse der an dieser Publikation mitwirkenden Mitarbeiter und sonstigen Beteiligten überschaubar.

Verantwortliche Aufsichtsbehörde:
Die Stock Market Media Ltd. hat ihre Tätigkeit gemäß § 86 WpHG bei der BaFin angezeigt.