EU-Ratspräsident Costa nimmt Kontakt zum Kreml auf
Antonio Costa sondiert laut Bloomberg-Bericht über Berater mögliche Friedensverhandlungen im Ukraine-Krieg mit Russland.

EU-Ratspräsident Antonio Costa hat Kontakt mit dem Kreml aufgenommen, um mögliche Friedensverhandlungen im Ukraine-Krieg auszuloten. Das berichtet Bloomberg News unter Berufung auf Insider. Ein hochrangiger Berater Costas führte demnach zwei vorbereitende Telefonate mit einem ranghohen russischen Beamten, der enge Verbindungen zu Präsident Wladimir Putin unterhält.
Costa selbst hat öffentlich erklärt, dass die Europäische Union zu einem gewissen Zeitpunkt gemeinsame Sicherheitsbedenken mit Russland ansprechen müsse. Vertreter Costas sowie Putins Sprecher Dmitri Peskow lehnten eine Stellungnahme entweder ab oder reagierten nicht auf entsprechende Anfragen von Bloomberg.
Gespaltene EU und der Streit um einen Sonderbeauftragten
Die EU-Mitgliedstaaten sind über das weitere Vorgehen bei möglichen Verhandlungen weiterhin gespalten. Mehrere Länder haben die Ernennung eines Sonderbeauftragten vorgeschlagen, der die Gespräche leiten soll. Dieser Vorschlag stieß jedoch auf erhebliche Kontroversen – insbesondere nachdem Putin den ehemaligen deutschen Bundeskanzler Gerhard Schröder ins Gespräch gebracht hatte. Schröder unterhält langjährige Verbindungen zum russischen Staatsenergiekonzern Gazprom, was ihn in Europa zu einer höchst umstrittenen Figur macht.
Parallel dazu arbeiten Deutschland, Frankreich und das Vereinigte Königreich separat daran, eine gemeinsame Strategie mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj für einen möglichen Dialog mit Putin zu koordinieren. Die diplomatischen Bemühungen laufen damit auf mehreren Ebenen gleichzeitig – sowohl auf EU-Ebene als auch im Rahmen bilateraler Abstimmungen der großen europäischen Mächte.
Günstige Bedingungen für Verhandlungen?
Europäische Beamte zeigen sich vorsichtig optimistisch, was die Verhandlungsbedingungen betrifft. Sie verweisen auf mehrere Faktoren, die Druck auf Russland ausüben könnten:
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Zur Aktienanalyse- Russlands Fortschritte auf dem Schlachtfeld sind begrenzt
- Die ukrainischen Angriffe auf russisches Territorium nehmen zu
- Der wirtschaftliche Druck auf Russland wächst
Hinzu kommt ein weiterer potenzieller Belastungsfaktor für Moskau: Ein mögliches Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran könnte die Ölpreise senken und damit die russischen Energieeinnahmen weiter beeinträchtigen. Russland ist in hohem Maße auf Einnahmen aus dem Energieexport angewiesen, um seinen Staatshaushalt und den Krieg zu finanzieren.
Die Kontaktaufnahme Costas mit dem Kreml markiert einen bemerkenswerten Schritt der EU, die bislang vor allem durch Sanktionen und Waffenlieferungen an die Ukraine in Erscheinung getreten ist. Ob aus den vorbereitenden Telefonaten konkrete Verhandlungen werden, bleibt angesichts der tiefen Gräben innerhalb der EU und der unklaren Signale aus Moskau offen.


