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EU plant Maßnahmen bei Kerosinengpässen durch Iran-Krieg

Die EU-Kommission bereitet Leitlinien für Fluggesellschaften vor und prüft US-Kerosinimporte als Alternative zu Nahost-Lieferungen.

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EU plant Maßnahmen bei Kerosinengpässen durch Iran-Krieg

Die EU-Kommission reagiert auf die Risiken durch den Iran-Krieg für die europäische Kerosinversorgung. EU-Kommissar Apostolos Tzitzikostas kündigte am Dienstag in Brüssel an, dass die Kommission den Fluggesellschaften Leitlinien für den Umgang mit Start- und Landerechten (Slots), Anti-Tankering-Maßnahmen, Fahrgastrechten und gemeinwirtschaftlichen Verpflichtungen bereitstellen werde. Hintergrund ist die Sorge um mögliche Kerosinengpässe infolge des seit dem 28. Februar andauernden Krieges gegen den Iran.

Tzitzikostas betonte, dass es „bis heute" keine Engpässe gebe. Gleichzeitig warnte er jedoch, dass eine anhaltende Blockade der Straße von Hormus „katastrophal" für Europa und die Welt wäre. Durch diese enge Meerenge passierte vor Beginn der US-amerikanischen und israelischen Bombardierungen des Irans ein Fünftel des weltweiten Erdöls und Flüssigerdgases.

Europas Abhängigkeit von Nahost-Kerosin

Die Zahlen verdeutlichen die Verwundbarkeit Europas: Die EU importiert rund 30 bis 40 Prozent ihres gesamten Bedarfs an Flugkraftstoff. Die Hälfte dieser Importe stammt aus dem Nahen Osten. Eine dauerhafte Unterbrechung der Lieferwege durch die Straße von Hormus würde damit einen erheblichen Teil der europäischen Kerosinversorgung gefährden.

Als Reaktion darauf prüft die Kommission den Import von Alternativen, darunter die US-amerikanische Kerosinsorte Jet A. Diese weist allerdings einen höheren Gefrierpunkt auf als der europäische Standard – ein technischer Unterschied, der bei der Zulassung berücksichtigt werden muss.

Am Mittwoch will die Kommission ein umfassenderes Paket an Energie- und Verkehrsmaßnahmen vorstellen. Dazu gehört auch die Einrichtung einer „neuen Kraftstoff-Beobachtungsstelle", die die Versorgungslage überwachen soll – beginnend mit Kerosin. „Sollten tatsächliche Versorgungsprobleme auftreten, müssen unsere Notvorräte bestmöglich genutzt werden. Jede nationale Freigabe von Kraftstoffen muss in voller Transparenz erfolgen, um Marktverzerrungen zu vermeiden", sagte Tzitzikostas nach einem Treffen der EU-Verkehrsminister.

Nachhaltiger Flugkraftstoff als langfristige Lösung

Die Kommission will die Krise auch als Anlass nutzen, um die Energiewende in der Luftfahrt zu beschleunigen. Tzitzikostas bestätigte, dass die EU ihre Produktion von nachhaltigem Flugkraftstoff (SAF) und synthetischen Kraftstoffen schnell hochfahren müsse, um die strukturelle Abhängigkeit von Importen aus dem Nahen Osten langfristig zu verringern.

Ein weiteres Element des Maßnahmenpakets betrifft die sogenannte Anti-Tankering-Regelung. Diese soll verhindern, dass Fluggesellschaften an günstigen Standorten übermäßig viel Treibstoff bunkern, um Kosten zu sparen – ein Verhalten, das in Engpasssituationen die Versorgungslage verschärfen kann. Die bestehende Gesetzgebung sieht bereits Ausnahmen für Engpassfälle vor; die Kommission will die Regeln am Mittwoch jedoch präzisieren.

Trotz der angespannten geopolitischen Lage gab Tzitzikostas Entwarnung für den bevorstehenden Sommer. Es gebe keine Anzeichen für „flächendeckende Annullierungen" in den kommenden Wochen oder Monaten. „Es besteht zum jetzigen Zeitpunkt keine Notwendigkeit, in die Art und Weise einzugreifen, wie Menschen leben, arbeiten oder reisen. Europa ist bereit, alle Touristen und Gäste während der Sommerperiode willkommen zu heißen", sagte der Kommissar. Er stellte zudem klar, dass hohe Kraftstoffpreise die Fluggesellschaften nicht von Entschädigungspflichten bei Verspätungen oder Annullierungen befreien würden.

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