EU-Handelsüberschuss mit USA bricht ein
Zölle und geopolitische Krisen belasten Exporteure, Hafen Hamburg spürt Rückgang deutlich

Der Handelsüberschuss der Europäischen Union mit den Vereinigten Staaten ist im Juni deutlich eingebrochen. Nach Angaben des Statistikamtes Eurostat lag er bei 9,6 Milliarden Euro, während er im Vorjahresmonat noch 18,5 Milliarden Euro betragen hatte. Hauptursache war ein starker Rückgang der Exporte in die USA, die um 10,3 Prozent auf 40,2 Milliarden Euro sanken. Gleichzeitig legten die Importe aus den Vereinigten Staaten um 16,4 Prozent auf 30,6 Milliarden Euro zu.
Hintergrund dieser Entwicklung sind die Unsicherheiten im Zuge des Zollstreits zwischen Washington und Brüssel. Noch im Vorfeld der Ende Juli erzielten Zollvereinbarung hatten von den USA verhängte Sonderabgaben auf europäische Waren die Exporteure stark verunsichert. Besonders betroffen war die Automobilbranche, da die Vereinigten Staaten auf Autos und Autoteile aus der Europäischen Union 27,5 Prozent Zoll verlangten. Inzwischen gilt ein allgemeiner Zollsatz von 15 Prozent für die meisten EU-Produkte, der jedoch weiterhin als Belastung für die exportorientierte Industrie gilt.
Auch wenn ein Handelskrieg mit der größten Volkswirtschaft der Welt vermieden werden konnte, spüren Unternehmen in Europa die Auswirkungen der neuen Abgaben. Hinzu kommen weitere geopolitische Konflikte, die das Exportgeschäft zusätzlich erschweren. Im gesamten Außenhandel verzeichneten die EU-Staaten im Juni einen Überschuss von acht Milliarden Euro. Damit fiel das Ergebnis nicht nur deutlich niedriger aus als im Juni 2024, als es bei 20,3 Milliarden Euro lag, sondern auch schwächer als im Vormonat Mai mit 13 Milliarden Euro.
Besonders im Bereich der Chemikalien und verwandter Produkte schrumpfte der Handelsüberschuss. Leichte Zuwächse gab es hingegen im Segment Maschinen und Fahrzeuge, da es den Herstellern teilweise gelang, sich auf andere Absatzmärkte jenseits der USA zu konzentrieren.
Die Folgen der schwächeren Handelsbeziehungen machen sich auch im Hamburger Hafen bemerkbar. Der Containerumschlag mit den Vereinigten Staaten sank dort im ersten Halbjahr um 19,3 Prozent auf 275.000 Standardcontainer. Als größter deutscher Seehafen spiegelt Hamburg die weltweiten Verschiebungen im Warenverkehr besonders deutlich wider.
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Zur AktienanalyseGleichzeitig konnte der Hafen insgesamt ein Wachstum verbuchen. Der Containerumschlag stieg in den ersten sechs Monaten um 9,3 Prozent auf 4,2 Millionen Standardcontainer. Maßgeblich dafür waren steigende Transporte im Handel mit Asien und mit der Ostseeregion. Während der Umschlag mit Fernost um 10,7 Prozent zunahm, legte der Warenverkehr mit Ländern wie Dänemark, Finnland und Polen sogar um 20,8 Prozent zu.


