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EU-Energiekommissar warnt vor jahrelanger globaler Energiekrise

Dan Jørgensen vergleicht die Lage mit den Krisen von 1973 und 2022 – und sieht selbst im besten Szenario keine schnelle Entlastung.

EU-Energiekommissar warnt vor jahrelanger globaler Energiekrise

EU-Energiekommissar Dan Jørgensen hat am Dienstag eindringlich vor einer langanhaltenden Energiekrise gewarnt. Der Konflikt zwischen den USA, Israel und dem Iran beeinträchtige weiterhin die weltweite Energieversorgung – und die Aussichten blieben selbst unter den optimistischsten Szenarien düster.

Jørgensen zog dabei einen historischen Vergleich: Die aktuelle Situation entspreche in ihrem kombinierten Ausmaß den Energiekrisen von 1973 und 2022. Damit stellte er die gegenwärtige Lage auf eine Stufe mit zwei der gravierendsten Energieversorgungsschocks der modernen Geschichte.

Keine schnelle Entlastung in Sicht

Besonders alarmierend ist laut Jørgensen, dass selbst ein sofortiges Friedensabkommen keine rasche Erholung der Energiemärkte bringen würde. Die Gasförder- und Transportinfrastruktur Katars – eines der weltweit wichtigsten LNG-Exportländer – würde etwa zwei Jahre oder länger für den Wiederaufbau benötigen, erklärte er auf einer Pressekonferenz.

Der Kommissar betonte, dass in den nächsten Jahren nicht mit einer Stabilisierung oder einem Rückgang der weltweiten LNG-Preise zu rechnen sei. Flüssigerdgas (LNG) spielt für Europa eine zentrale Rolle, seit die EU ihre Abhängigkeit von russischem Pipelinegas nach dem Beginn des Ukraine-Kriegs drastisch reduziert hat.

Die schwierigen Bedingungen auf den Energiemärkten könnten je nach Entwicklung im Nahen Osten über Monate oder potenziell Jahre anhalten, so Jørgensen weiter. Selbst das Best-Case-Szenario stelle einen herausfordernden Ausblick für die Energiemärkte in den kommenden Monaten dar.

Bedeutung für deutsche Verbraucher und Unternehmen

Für Deutschland und die gesamte EU sind diese Aussagen von erheblicher Bedeutung. Die europäischen Länder haben seit 2022 massiv in den Aufbau von LNG-Importkapazitäten investiert, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Anhaltend hohe LNG-Preise würden jedoch sowohl private Haushalte als auch die energieintensive Industrie weiterhin stark belasten.

Die Warnung des EU-Energiekommissars unterstreicht, wie eng die geopolitischen Entwicklungen im Nahen Osten mit der Energieversorgung Europas verknüpft sind. Investoren und Unternehmen müssen sich demnach auf ein volatiles und teures Energieumfeld für einen längeren Zeitraum einstellen.

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