EU-Elektroautos boomen: BEV-Absatz steigt um 43 Prozent
Vollelektrische Fahrzeuge legen im Mai kräftig zu, während Verbrenner verlieren – und chinesische Hersteller gewinnen rasant Marktanteile.

Der europäische Automarkt zeigt im Mai eine klare Richtung: Elektromobilität gewinnt weiter an Fahrt. Die Pkw-Neuzulassungen in der EU stiegen im Jahresvergleich um 3,2 Prozent auf insgesamt 955.013 Fahrzeuge, wie der europäische Branchenverband Acea in Brüssel mitteilte. Der entscheidende Wachstumstreiber waren dabei vollelektrische Batteriefahrzeuge (BEV), die um rund 43 Prozent auf 203.417 Exemplare zulegten.
Auf der Verliererseite stehen klassische Verbrenner: Der Absatz von Benzinern sank um rund ein Fünftel auf 210.383 Fahrzeuge, Dieselautos kamen nur noch auf 69.482 Einheiten. Auch Hybridfahrzeuge verzeichneten Zuwächse und stützten das Gesamtwachstum zusätzlich.
Länderbild: Deutschland hinkt hinterher
Der Blick auf die großen EU-Märkte zeigt deutliche Unterschiede. In Deutschland wuchs der Autoabsatz im Mai lediglich um magere 0,1 Prozent. Frankreich legte mit 3,7 Prozent und Italien mit 7,6 Prozent deutlich stärker zu. Spanien verzeichnete sogar einen Rückgang von 0,8 Prozent bei den Neuzulassungen.
Über die ersten fünf Monate des Jahres betrachtet ergibt sich ein positives Gesamtbild: Die Pkw-Neuzulassungen stiegen um vier Prozent auf rund 4,75 Millionen Fahrzeuge. Besonders bemerkenswert: Der Marktanteil reiner Batterieautos kletterte von 15,3 auf 20 Prozent – ein deutliches Signal für den strukturellen Wandel der Branche.
Bei den Herstellern zeigt sich ein gemischtes Bild. Volkswagen bleibt EU-weit mit Abstand Marktführer, musste jedoch einen Absatzrückgang von 3,6 Prozent auf 254.011 Fahrzeuge hinnehmen. Stellantis – Mutterkonzern von Fiat, Peugeot und Opel – verbuchte als Nummer zwei ein Minus von 2,6 Prozent, Renault büßte 1,3 Prozent ein. Besser schlugen sich die deutschen Premiumhersteller: Der BMW-Konzern erzielte ein Plus von 3,7 Prozent, Mercedes-Benz legte um 0,7 Prozent zu.
Chinesische Hersteller auf dem Vormarsch
Für Anleger besonders interessant ist der Aufstieg chinesischer Anbieter. Marken wie Chery, BYD und Leapmotor machen derzeit große Sprünge. In den ersten fünf Monaten erreichte Geely – zu dem Volvo und Polestar gehören – einen Marktanteil von 2,6 Prozent. SAIC Motor (Marke MG) und BYD kamen jeweils auf 2,1 Prozent. Zwar sind diese Anteile noch überschaubar, doch der BYD-Anteil hat sich im Jahresvergleich mehr als verdoppelt – ein Tempo, das die etablierten Hersteller unter Druck setzt.
Der US-Elektropionier Tesla erholte sich derweil von seinem Absatzeinbruch aus dem Vorjahr und kam von Januar bis Mai auf einen Marktanteil von 1,9 Prozent in der EU.
E-Bike-Boom in Deutschland verliert an Schwung
Parallel zum Elektroauto-Trend lohnt ein Blick auf den deutschen E-Bike-Markt – auch wenn dieser eine andere Entwicklung zeigt. Nach Jahren des Booms flacht das Wachstum ab, wie eine Studie der Beratungsgesellschaft EY Parthenon zeigt. Deutschland bleibt zwar der mit Abstand größte E-Bike-Markt Europas: 2025 entfielen rund 4,97 Milliarden Euro des europäischen E-Bike-Gesamtumsatzes von knapp zehn Milliarden Euro allein auf Deutschland. E-Bikes steuerten hierzulande 85 Prozent des gesamten Fahrradumsatzes bei – mehr als in Österreich (79 Prozent), den Niederlanden (73 Prozent), Frankreich (54 Prozent) und Spanien (35 Prozent).
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Zur AktienanalyseDoch die Sättigungstendenzen sind nicht zu übersehen. Europaweit entfielen 30 Prozent der verkauften Fahrräder auf E-Bikes – und blieben damit auf dem Niveau des Vorjahres. „Der deutsche E-Bike-Markt sei zwar noch nicht ganz gesättigt, aber reifer geworden", sagt Stefan Mohr, verantwortlich für das Sportbusiness bei EY-Parthenon. Es gebe Zeichen einer „leichten Marktsättigung".
Preisdruck und sinkende Umsätze
Die Konsolidierung schlägt sich in den Zahlen nieder. Die Zahl der in Deutschland verkauften Fahrräder sank 2025 um vier Prozent auf 3,7 Millionen Stück. Der Gesamtumsatz der Branche fiel um knapp acht Prozent auf 5,85 Milliarden Euro. Fahrräder kosteten im Schnitt 1.581 Euro – vier Prozent weniger als im Vorjahr. Dieser Rückgang ist laut Studie ausschließlich auf günstigere E-Bikes zurückzuführen, die sich um vier Prozent auf durchschnittlich 2.550 Euro verbilligten. Herkömmliche Fahrräder blieben stabil bei 500 Euro.
Künftiges Wachstum werde laut EY-Parthenon nicht mehr automatisch über Elektrifizierung entstehen, sondern stärker über Innovation, neue Nutzungskonzepte und Ersatzkäufe. E-Mobilität bleibe dabei ein struktureller Trend der Verkehrswende – sowohl auf zwei als auch auf vier Rädern.

