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EU drängt auf schnelleres Ende russischer Energieimporte

Schlupflöcher bei Nischenbrennstoffen rücken ins Visier der Sanktionen

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EU drängt auf schnelleres Ende russischer Energieimporte

Russlands Energieexporte in die Europäische Union sind trotz scharfer Sanktionen weiterhin ein bedeutender Faktor, doch die EU diskutiert derzeit über zusätzliche Schritte, um diese Abhängigkeit schneller zu beenden. Ein vergleichsweise einfacher Hebel wäre das Schließen mehrerer Schlupflöcher, über die bislang noch Nischenprodukte wie Kondensate, Butan und Gasöl aus Russland importiert werden. Damit könnte die EU sowohl ihren eigenen Energieplan beschleunigen als auch politischen Druck auf Moskau verstärken.

Der Druck kommt vor allem aus den Vereinigten Staaten. Präsident Donald Trump drängt die Europäer, ihren Ausstieg aus russischen fossilen Energieträgern bis Ende 2027 zu beschleunigen, um den finanziellen Spielraum des Kremls im Ukrainekrieg weiter zu verkleinern. Obwohl die europäischen Importe von russischem Öl und Gas seit 2022 stark gesunken sind, bleibt die EU ein wichtiger Abnehmer. Im August war sie der viertgrößte Käufer russischer Energieträger und sorgte für rund 1,4 Milliarden Dollar Exporterlöse für Moskau.

Etwa zwei Drittel der verbliebenen Importe entfallen auf Flüssigerdgas (LNG) und Pipelinegas, gefolgt von Rohöl mit 32 Prozent. Nur ein kleiner Rest besteht aus Nischenprodukten, die von den bisherigen Sanktionen ausgenommen sind. Der Anteil russischen Öls an den EU-Importen ist von 29 Prozent Anfang 2021 auf nur noch 2 Prozent im zweiten Quartal 2025 gefallen. Hauptempfänger der verbliebenen Mengen sind die Binnenstaaten Ungarn und Slowakei, die sich wegen logistischer Schwierigkeiten Sonderregelungen sichern konnten.

Auch bei Pipelinegas ist der Rückgang deutlich. Dessen Anteil an den europäischen Importen sank von 48 Prozent im Jahr 2021 auf 12 Prozent in diesem Jahr. LNG aus Russland legte hingegen leicht zu, von 9,5 Milliarden Kubikmetern in der ersten Jahreshälfte 2019 auf 11 Milliarden im gleichen Zeitraum 2025. Ein möglicher Schritt wäre, das geplante Ende dieser LNG-Importe um ein Jahr vorzuziehen. Die Europäische Kommission hat dies bereits im 19. Sanktionspaket vorgeschlagen.

Daneben rücken gezielte Ausnahmeregelungen in den Fokus. Über den niederländischen Hafen Rotterdam gelangen täglich rund 20.000 Barrel Kondensat aus dem arktischen Jamal-LNG-Projekt nach Europa. Auch besonders reines Butan gelangt weiterhin nach Polen, obwohl Flüssiggasimporte aus Russland seit Ende 2024 offiziell verboten sind. Die Einfuhren von reinem Butan stiegen dort Anfang 2025 deutlich an. Außerdem darf Kroatien noch bis Ende 2025 russisches Vakuumgasöl importieren, das als Rohstoff in Raffinerien dient.

Die EU plant, diese Schlupflöcher schrittweise zu schließen. Die Einfuhren von Vakuumgasöl sollen zum Jahresende 2025 enden, und das 19. Sanktionspaket sieht die Schließung der Butan-Ausnahme vor, auch wenn ein konkreter Zeitplan noch fehlt. Durch eine zügige Umsetzung dieser Maßnahmen könnte Europa seine Energieabhängigkeit von Russland weiter verringern und ein klares politisches Signal senden.

EnergieRusslandEuropäische UnionUSASanktionenRohstoffePolitik

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