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ETF-Flut 2025: Fondshäuser jagen Trends mit Spaghetti-Kanonen-Strategie

Mehr als 1.000 neue ETFs wurden bereits bis Mitte Juli 2025 aufgelegt – ein historischer Rekord ist in greifbarer Nähe.

ETF-Flut 2025: Fondshäuser jagen Trends mit Spaghetti-Kanonen-Strategie

Die ETF-Branche erlebt ein außergewöhnliches Jahr: Investmentgesellschaften weltweit sind auf dem besten Weg, 2025 eine Rekordzahl an börsengehandelten Fonds aufzulegen. Bis Mitte Juli wurden bereits 1.084 neue ETFs an den Börsen notiert – und das Jahr ist noch längst nicht vorbei. Die Dynamik hinter diesem Boom ist bemerkenswert und zeigt, wie stark der Wettbewerb unter den Fondsanbietern geworden ist.

Hinter dem Ansturm steckt eine klare Strategie, die Branchenbeobachter als „Spaghetti-Kanonen"-Methode bezeichnen: Anbieter lancieren möglichst viele Produkte gleichzeitig, in der Hoffnung, dass einige davon den nächsten großen Markttrend treffen und Anlegergelder anziehen. Ähnlich wie beim Werfen von Spaghetti an die Wand – was hängen bleibt, hat Erfolg. Dieses Vorgehen spiegelt den intensiven Wettbewerb in der ETF-Industrie wider, in der die Aufmerksamkeit der Anleger ein knappes Gut ist.

Unter den mehr als 1.000 neuen Produkten befinden sich auch Fonds, die gehebelte Wetten auf Aktienindizes oder sogar auf Einzelaktien ermöglichen. Solche gehebelten ETFs sind besonders bei kurzfristig orientierten Tradern beliebt, da sie überproportionale Renditen – aber auch überproportionale Verluste – ermöglichen können. Für deutsche Privatanleger ist dabei Vorsicht geboten, denn gehebelte Produkte sind mit erheblichen Risiken verbunden.

Rekordwert im Visier

Die Zahl von 1.084 neuen ETF-Notierungen bis Mitte Juli übertrifft bereits frühere Jahreswerte und stellt den bisherigen Rekord für das Gesamtjahr 2025 in Frage. Die Branche zeigt damit, dass das Interesse an passiven und semi-aktiven Anlagevehikeln ungebrochen ist. ETFs gelten seit Jahren als einer der am schnellsten wachsenden Bereiche der Finanzindustrie, da sie Anlegern kostengünstige und transparente Möglichkeiten bieten, in verschiedenste Märkte zu investieren.

Der Trend zur Produktvielfalt ist dabei zweischneidig: Einerseits profitieren Anleger von einer größeren Auswahl und können gezielter in Nischenmärkte oder spezifische Themen investieren. Andererseits erschwert die schiere Masse an neuen Produkten die Orientierung – insbesondere für Privatanleger, die ohne professionelle Beratung durch den ETF-Dschungel navigieren müssen.

Was bedeutet das für Anleger?

Für deutsche Investoren ist die Entwicklung aus mehreren Gründen relevant. Zum einen wächst das Angebot an spezialisierten ETFs, die bislang nicht zugänglich waren. Zum anderen sollten Anleger bei der Auswahl neuer Produkte besonders sorgfältig vorgehen:

  • Gehebelte ETFs eignen sich in der Regel nicht für langfristige Buy-and-Hold-Strategien
  • Neue, noch kleine ETFs können unter geringer Liquidität leiden
  • Themen-ETFs, die aktuelle Trends abbilden, können nach dem Hype schnell an Attraktivität verlieren
  • Kosten und Tracking-Qualität sollten stets verglichen werden

Die Rekordzahl an Neuauflagen zeigt, dass die ETF-Industrie weiter auf Wachstumskurs ist. Ob alle 1.084 neuen Produkte langfristig am Markt bestehen werden, bleibt jedoch abzuwarten. Erfahrungsgemäß verschwinden viele Nischen-ETFs nach wenigen Jahren wieder vom Markt, wenn sie nicht genügend Anlegerkapital anziehen können.

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