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Essstörungen: Cannabis und Psychedelika wirksamer als Antidepressiva laut Studie

Eine globale Umfrage der Universität Sydney zeigt: Betroffene von Essstörungen setzen auf Cannabis und Psychedelika statt klassischer Medikamente.

Essstörungen: Cannabis und Psychedelika wirksamer als Antidepressiva laut Studie

Eine der weltweit größten Studien zur Selbstmedikation bei Essstörungen liefert überraschende Ergebnisse. Laut einer umfassenden globalen Umfrage der Universität Sydney greifen Betroffene von Essstörungen häufig auf Cannabis sowie Psychedelika wie Psilocybin-Pilze und LSD zurück, um ihre Symptome zu lindern. Diese Substanzen wurden von den Teilnehmenden als wirksamer eingestuft als herkömmliche verschreibungspflichtige Medikamente.

Besonders bemerkenswert ist der direkte Vergleich mit klassischen Behandlungsansätzen. Gängige verschreibungspflichtige Mittel wie Antidepressiva wurden zwar von den Betroffenen als hilfreich bewertet, schnitten im Vergleich zu Cannabis und Psychedelika jedoch schlechter ab. Dies stellt die bisherige medizinische Praxis bei der Behandlung von Essstörungen in Frage und rückt alternative Substanzen stärker in den Fokus der Forschung.

Selbstmedikation als globales Phänomen

Essstörungen gehören zu den psychischen Erkrankungen mit den höchsten Sterblichkeitsraten weltweit. In Deutschland sind Schätzungen zufolge mehrere Hunderttausend Menschen von Erkrankungen wie Anorexie, Bulimie oder Binge-Eating-Störung betroffen. Die Behandlungsmöglichkeiten gelten trotz jahrzehntelanger Forschung als begrenzt, was viele Betroffene dazu veranlasst, eigenständig nach Alternativen zu suchen.

Die Studie der Universität Sydney ist nach eigenen Angaben die weltweit größte ihrer Art zum Thema Selbstmedikation bei Essstörungen. Sie basiert auf einer globalen Umfrage unter Betroffenen und gibt damit erstmals einen breiten Einblick in die tatsächlichen Erfahrungen von Menschen, die mit diesen Erkrankungen leben. Die Ergebnisse wurden von der Wissenschaftsplattform ScienceDaily veröffentlicht.

Psychedelika im Fokus der Wissenschaft

Psilocybin, der psychoaktive Wirkstoff in sogenannten „Magic Mushrooms", sowie LSD stehen seit einigen Jahren verstärkt im Fokus der psychiatrischen Forschung. Klinische Studien weltweit untersuchen deren Potenzial bei der Behandlung von Depressionen, Angststörungen und Suchterkrankungen. Die neuen Erkenntnisse aus der Umfrage der Universität Sydney deuten darauf hin, dass auch Essstörungen ein mögliches Anwendungsfeld darstellen könnten.

Cannabis wird in einigen Ländern bereits medizinisch eingesetzt, unter anderem zur Behandlung von Schmerzen, Übelkeit und Appetitlosigkeit. In Deutschland ist medizinisches Cannabis seit 2017 unter bestimmten Voraussetzungen verschreibungsfähig. Dass Betroffene von Essstörungen Cannabis als besonders wirksam empfinden, könnte neue Impulse für die klinische Forschung in diesem Bereich geben.

Es ist wichtig zu betonen, dass die vorliegende Studie auf Selbstberichten von Betroffenen basiert. Subjektive Wahrnehmungen von Wirksamkeit ersetzen keine kontrollierten klinischen Studien. Dennoch liefern solche Umfragen wertvolle Hinweise darauf, welche Substanzen und Ansätze für die weitere wissenschaftliche Untersuchung besonders relevant sein könnten. Für Betroffene in Deutschland gilt: Psychedelika wie Psilocybin und LSD sind weiterhin illegale Substanzen und dürfen nicht ohne ärztliche Aufsicht eingenommen werden.

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