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Eskom Green sucht private Partner für 2-GW-Erneuerbare-Energien-Pipeline

Südafrikas staatlicher Energieversorger startet Eskom Green und plant bis 2030 insgesamt 5,6 GW erneuerbare Energien in 17 Projekten.

Eskom Green sucht private Partner für 2-GW-Erneuerbare-Energien-Pipeline

Eskom Green, die neue Tochtergesellschaft des südafrikanischen Staatskonzerns Eskom Holdings, ist offiziell an den Start gegangen. Das Unternehmen plant die Umsetzung einer ersten Pipeline von 2 Gigawatt (GW) an Erneuerbare-Energien-Großprojekten – in Zusammenarbeit mit privaten Investoren. Die Projekte sollen größtenteils auf Flächen realisiert werden, die an bestehende Kohlekraftwerke des Konzerns angrenzen.

Parallel dazu treibt Eskom Green mehrere kleinere, bilanzwirksame Projekte mit einer Gesamtkapazität von 500 MW voran. Für diese wurden Mittel aus dem Unternehmensplan des Konzerns reserviert. Rivoningo Mnisi, Eskom-Konzernvorstand für erneuerbare Energien, bestätigte gegenüber Engineering News, dass Eskom Green für die kommenden fünf Jahre rund 10 Milliarden Rand zugewiesen wurden.

Ein Teil dieser Mittel fließt in erste Projekte ohne private Partner. Dazu zählt ein 75-MW-Solar-Photovoltaik-Projekt, dessen Bau kürzlich neben dem Kraftwerk Lethabo im Freistaat begonnen hat. Eskom finanziert das 1,2 Milliarden Rand schwere Vorhaben selbst und hat das Joint Venture Letsatsi als EPC-Partner (Engineering, Procurement and Construction) beauftragt.

Kleinere Projekte als Kompetenzaufbau

Mnisi bezeichnet das PV-Projekt in Lethabo zusammen mit weiteren Vorhaben auf Flächen bei den Eskom-Kraftwerken Arnot, Duvha, Komati, Majuba und Tutuka sowie beim Windpark Sere als kleinere Projekte für „Kompetenztransfer und Kompetenzentwicklung". Das nächste Projekt, das in die Ausführungsphase gehen soll, wird am stillgelegten Standort Komati angesiedelt sein und könnte Batteriespeicher umfassen.

Seit 2023 operiert Eskom mit Unterstützung der südafrikanischen Steuerzahler im Rahmen eines staatlichen Entlastungspakets in Höhe von 230 Milliarden Rand. Dieses Paket schränkt den Konzern eigentlich bei Investitionen in neue Erzeugungsprojekte ein. Mnisi betont jedoch, dass alle notwendigen Genehmigungen vorliegen, unter anderem vom nationalen Finanzministerium (National Treasury). „Die Finanzierung für die Anfangsphasen wurde im Rahmen des genehmigten Investitionsprogramms von Eskom bereitgestellt", erklärte er.

Privatsektor als Schlüssel für die große Pipeline

Für die 2-GW-Pipeline sowie weitere Projekte – darunter das 1,5-GW-Pumpspeicherprojekt Tubatse – ist ein Modell unter Beteiligung des Privatsektors vorgesehen. Die private Beteiligung wurde als Bedingung für die Gründung von Eskom Green als eigenständige Tochtergesellschaft gemäß Abschnitt 51G des Public Finance Management Act festgelegt. Das Unternehmen wird über einen eigenen Vorstand verfügen und Projekte mit Private-Equity-Partnern über Zweckgesellschaften (Special Purpose Vehicles, SPVs) verfolgen.

Eskom Green bereitet in naher Zukunft den Start eines Qualifizierungsverfahrens vor, um die Auswahl der Private-Equity-Partner einzuleiten. PwC und die Development Bank of Southern Africa wurden mit der Beratung für diesen Prozess beauftragt. Die SPVs müssen dabei Abnehmer, Netzzugang sowie alle regulatorischen und ökologischen Genehmigungen sichern, um die Projekte zum Finanzierungsschluss zu führen – während Eskom Green die Grundstücke einbringt.

Mnisi betont, dass Eskom Green denselben Regeln für den Netzzugang unterliegt wie unabhängige Stromerzeuger (IPPs), die ebenfalls um die begrenzte Netzkapazität konkurrieren. „Wir befolgen dieselben Netzregeln. Ich habe keinen Kontakt zur Netzzugangseinheit, und es bestehen strikte Vertraulichkeitsbereiche", so Mnisi.

Ambitiöse Ziele bis 2040

Das langfristige Ziel von Eskom Green ist beachtlich: Bis 2030 sollen insgesamt 5,6 GW erneuerbare Energien in 17 Projekten gebaut werden. Bis 2040 liegt das Ziel sogar bei 32 GW, wobei in mehrere Projekte Batterie-Energiespeichersysteme integriert werden könnten.

Mnisi bestätigt, dass das Unternehmen hinsichtlich der Höhe der Eigenkapitalbeteiligung an Projekten flexibel sein werde. Zudem soll versucht werden, auf vergünstigte Finanzierungen zuzugreifen, die im Rahmen der „Just Energy Transition Partnership" verfügbar sind. Anfänglich werden die SPVs wahrscheinlich auf bilaterale Stromabnahmeverträge mit großen Bergbau- oder Industriekunden abzielen, die ihre Stromquellen dekarbonisieren wollen. Mnisi betonte jedoch, dass man offen für verschiedene Modelle sei, einschließlich der Partnerschaft mit lizenzierten Stromhändlern.

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