Erste Yen-Stablecoin startet in Japan
JPYC will digitale Währung global etablieren und Innovation im Zahlungsverkehr fördern

In Japan ist am Montag die weltweit erste an den Yen gekoppelte Stablecoin auf den Markt gekommen. Damit macht das Land einen vorsichtigen, aber symbolträchtigen Schritt in Richtung digitaler Finanzinnovationen, obwohl Bargeld und Kreditkarten dort nach wie vor dominieren.
Das Unternehmen JPYC begann mit der Ausgabe seiner gleichnamigen digitalen Währung, die vollständig in Yen konvertierbar ist und durch inländische Spareinlagen sowie japanische Staatsanleihen (JGBs) gedeckt wird. Ziel von JPYC ist es, innerhalb von drei Jahren Stablecoins im Wert von zehn Billionen Yen, rund 66 Milliarden US-Dollar, zu emittieren und sie auch international zu etablieren. Auf Transaktionsgebühren wird zunächst verzichtet, um die Nutzung zu fördern. Einnahmen sollen über Zinsen aus den gehaltenen Staatsanleihen erzielt werden.
„Wir möchten Innovationen anstoßen, indem wir Start-ups den Zugang zu niedrigen Transaktions- und Abwicklungsgebühren ermöglichen“, erklärte JPYC-CEO Noritaka Okabe bei einer Pressekonferenz. Zudem sei das Unternehmen offen für Kooperationen mit internationalen Kapitalpartnern, um die globale Interoperabilität zu stärken.
Stablecoins, die auf Blockchain-Technologie basieren und an eine Fiatwährung gekoppelt sind, gelten als besonders effizient, da sie schnelle und kostengünstige Transaktionen ermöglichen. Laut der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich machen stablecoins, die an den US-Dollar gebunden sind, derzeit mehr als 99 Prozent des weltweiten Angebots aus – ein Trend, der auch von US-Präsident Donald Trump politisch unterstützt wird.
In Japan planen die drei größten Banken des Landes laut der Wirtschaftszeitung Nikkei eine gemeinsame Ausgabe eigener Stablecoins. Dennoch warnen Experten, dass Yen-Stablecoins nicht so rasch an Bedeutung gewinnen dürften wie ihre US-Dollar-Pendants. Tomoyuki Shimoda, ehemaliger Manager der Bank of Japan und derzeit Professor an der Rikkyo-Universität, betonte, dass sich die Verbreitung in Japan noch hinziehen könne: „Sollten die Großbanken jedoch aktiv in den Markt eintreten, könnte sich der Prozess beschleunigen, aber es wird wohl noch zwei bis drei Jahre dauern.“
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Zur AktienanalyseDie Bank of Japan sieht in Stablecoins grundsätzlich ein wachsendes Element des globalen Finanzsystems. Vizegouverneur Ryozo Himino erklärte jüngst, dass sie langfristig teilweise die Rolle von Bankeinlagen übernehmen könnten. Er forderte daher eine internationale Regulierung, um die Stabilität des Finanzsystems zu sichern. Auch andere asiatische Länder wie Südkorea und China prüfen inzwischen eigene Modelle digitaler Währungen, die an nationale Währungen gekoppelt sind.


